DHC Dash 8-400 (Foto: Croatia Airlines / Š. Lugarov).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Lieferverzögerungen belasten Croatia Airlines wirtschaftlich

Werbung

Die kroatische Nationalfluggesellschaft Croatia Airlines treibt die grundlegende Modernisierung ihrer Flugzeugflotte voran, sieht sich dabei jedoch mit massiven logistischen und finanziellen Hürden konfrontiert. Das Unternehmen erwartet in Kürze die Übernahme seines neunten Flugzeugs vom Typ Airbus A220, eine weitere Maschine soll unmittelbar danach folgen.

Der künftige Jet der größeren Variante A220-300, der die Registrierung 9A-CAR tragen wird, hat am kanadischen Produktionsstandort in Montreal bereits erfolgreiche Triebwerkstests, Rollversuche sowie seinen ersten Testflug absolviert. Die Maschine ist der zweite Neuzugang des Carriers im laufenden Jahr 2026, nachdem im März bereits ein kleinerer Airbus A220-100 zur Flotte gestoßen war. Bis zum Jahresende sollen planmäßig fünf weitere Einheiten folgen, um den Übergang zu einer reinen Airbus-A220-Einheitsflotte zu beschleunigen.

Trotz des sichtbaren Fortschritts bei den Auslieferungen übt das Management von Croatia Airlines scharfe Kritik am Hersteller Airbus. Die kumulierten Verzögerungen bei der Übergabe der bestellten Neumaschinen summieren sich mittlerweile auf mehr als 70 Monate. Diese langanhaltende Planungsunsicherheit beeinträchtigt die operative Flugplangestaltung der Fluggesellschaft erheblich und setzt das Unternehmen unter einen immensen Kostendruck. Verschärft wird die logistische Situation am Heimatdrehkreuz Zagreb durch den Umstand, dass von den derzeit acht in den Dienst gestellten A220-Modellen aktuell nur sieben einsatzbereit sind. Eine Maschine ist seit Mitte Mai nach einem Zwischenfall auf der Start- und Landebahn des Flughafens Split flugunfähig am Boden gemeldet. Alle Jets der neuen Teilflotte sind über Finanzierungsleasing-Verträge finanziert und verbleiben im Eigentum spezialisierter Leasinggesellschaften.

Zusätzliche unvorhergesehene Millionenbelastungen entstehen der Fluggesellschaft durch das verzögerte Ausflotten ihrer älteren Turboprop-Maschinen. Croatia Airlines muss weiterhin Leasingraten für zwei stillgelegte Bombardier Dash 8 Q400 (Registrierungen 9A-CQA und 9A-CQD) entrichten, obwohl diese bereits im Juli 2025 beziehungsweise im Januar 2026 aus dem aktiven Liniendienst abgezogen wurden. Die finale Rückgabe an den Eigentümer verzögert sich aufgrund des akuten Fachkräftemangels in den lizenzierten Wartungsbetrieben sowie schwerer Engpässe in den globalen Lieferketten für Flugzeugersatzteile. Kurioserweise mussten die Maschinen, die formal bereits übergeben waren, temporär an Croatia Airlines zurücküberführt werden, da vertraglich vereinbarte Instandsetzungsarbeiten zur Wiederherstellung des Originalzustands vor der endgültigen Eigentumsübertragung noch ausstehen.

Die wirtschaftlichen Verwerfungen bei der kroatischen Fluglinie spiegeln ein strukturelles Problem der gesamten europäischen Luftfahrtbranche im Jahr 2026 wider. Der Mangel an qualifizierten Technikern und die verzögerte Bereitstellung von Triebwerkskomponenten des Herstellers Pratt & Whitney, welche die Airbus-A220-Reihe antreiben, zwingen viele Fluggesellschaften zum kostspieligen Weiterbetrieb älterer Flugzeugmuster oder zum teuren kurzfristigen Anmieten von Fremdkapazitäten im sogenannten Wet-Lease-Verfahren. Croatia Airlines versucht dennoch, an ihrem strategischen Ziel festzuhalten, um durch die Vereinheitlichung der Flottenstruktur mittelfristig die Wartungs- und Schulungskosten für Piloten und Crews dauerhaft zu senken.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung