Die Lufthansa Group erweitert ihr Tarifportfolio um eine neue Option für den touristischen Sektor. Ab sofort steht Reiseveranstaltern der Tarif „TO Green“ zur Verfügung, der speziell auf die Bedürfnisse von Partnern im Bereich der Privatreisen zugeschnitten ist. Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf ein verändertes Buchungsverhalten im Freizeitsegment.
Der neue Tarif orientiert sich an den bereits etablierten „Green Fare“-Modellen, wurde jedoch technisch und vertraglich so angepasst, dass er in die Kontingente und Pauschalangebote von Veranstaltern integriert werden kann. Die Einführung erfolgt vor dem Hintergrund einer branchenweiten Umstellung auf differenzierte Preismodelle, die über die reine Beförderungsleistung hinausgehen.
Zusätzliche Marktanalysen und Branchendaten verdeutlichen die Dynamik in diesem Segment. Im vergangenen Geschäftsjahr haben fast sieben Millionen Passagiere der Lufthansa Group – was einem Anteil von über fünf Prozent der Gesamtkunden entspricht – Tarife mit integriertem Emissionsausgleich gewählt. Zum Vergleich: Vor vier Jahren lag dieser Anteil noch bei unter 0,1 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im operativen Bereich wider: Der Konzern konnte den Absatz von synthetischen Kraftstoffen (Sustainable Aviation Fuel, SAF) im Jahr 2025 mehr als verdoppeln. Durch die Bündelung dieser Optionen in festen Tarifen versucht die Airline, die komplexe Abwicklung von Kompensationsleistungen für den Endkunden und die Reisebüros zu vereinfachen.
Die strategische Ausweitung betrifft nicht nur das Einzelkundengeschäft, sondern zunehmend auch Gruppenreisen. Seit Ende Januar 2026 sind die entsprechenden Tarife für Gruppen ab neun Personen auf dem gesamten Langstreckennetz der Konzern-Airlines verfügbar. Dies umfasst alle Reiseklassen von der Economy bis zur First Class. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Integration in das Veranstaltergeschäft ein wichtiger Hebel ist, um die Auslastung dieser speziellen Kontingente zu erhöhen. Während Reiseveranstalter bisher oft eigene Lösungen für den CO2-Ausgleich anbieten mussten, stellt die Lufthansa nun eine direkt im Buchungssystem verankerte Lösung bereit, was die Prozesskosten für die Partner senken dürfte.
Technisch gesehen basiert das Modell auf einem zweisäuligen System: Ein Teil des Aufpreises fließt in den Kauf von regenerativem Kraftstoff, während der restliche Betrag über zertifizierte Klimaprojekte investiert wird. Da die Nachfrage nach solchen Angeboten laut Unternehmensangaben stetig steigt, plant die Lufthansa Group eine weitere Verzahnung ihrer IT-Schnittstellen mit den gängigen Reservierungssystemen der Touristikbranche. Ziel ist es, die Transparenz bei der Flugbuchung zu erhöhen und den „TO Green“-Tarif als Standardoption für hochwertige Pauschalreisen zu etablieren. Damit setzt der Konzern seinen Weg fort, zusätzliche Erlöspotenziale durch spezialisierte Service-Tarife zu erschließen.