Heckflossen von Austrian Airlines und Lufthansa (Foto: Jan Gruber).
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Lufthansa Group führt Stornogebühren für Flex-Tarife ein

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Die Lufthansa Group hat die Konditionen für Flugerstattungen auf ausgewählten Langstreckenverbindungen drastisch verschärft. Mit Wirkung für alle seit dem 7. April 2026 ausgestellten Tickets werden bei einer Stornierung nun auch im bislang kostenfrei erstattbaren Flex-Tarif Gebühren fällig.

Betroffen von dieser Neuregelung sind die Konzerngesellschaften Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss, Brussels Airlines und Discover Airlines. Die Gebührenstruktur ist dabei nach Reiseklassen gestaffelt: Während in der Premium Economy Class 700 Euro einbehalten werden, steigen die Kosten in der Business Class auf 1000 Euro und erreichen in der First Class einen Spitzenwert von 1500 Euro pro Stornierung.

Der räumliche Geltungsbereich dieser Anpassung konzentriert sich auf spezifische Zielgebiete, darunter die Region Asien-Pazifik, wobei wichtige Märkte wie China, Japan, Singapur, Malaysia und Australien vorerst ausgenommen bleiben. Ebenfalls betroffen sind Routen nach Südafrika, Mauritius und auf die Seychellen sowie Verbindungen zwischen Asien und Brasilien. Diese Maßnahme folgt auf eine bereits im März 2026 durchgeführte Erhöhung der Gebühren im Zuge der Einführung eines restriktiveren Business-Class-Light-Tarifs. Branchenexperten werten diesen Schritt als deutliche Abkehr vom bisherigen Versprechen maximaler Flexibilität im Premium-Segment, um die Ertragslage auf hart umkämpften Langstrecken zu stabilisieren.

Trotz der neuen Stornokosten bleibt die grundsätzliche Umbuchungsfreiheit im Flex-Tarif bestehen. Passagiere können ihre Reisedaten weiterhin ohne spezifische Änderungsgebühr anpassen, sofern der ursprünglich gebuchte Tarif noch verfügbar ist. Sollte jedoch bei einer Umbuchung nur eine höhere Buchungsklasse zur Verfügung stehen, muss die entsprechende Preisdifferenz vom Kunden nachgezahlt werden. Die Einführung von Stornogebühren in einem Tarif, der explizit für seine Flexibilität beworben wird, markiert eine Zäsur in der Tarifpolitik der europäischen Luftfahrt und könnte als Vorbild für weitere Mitbewerber im globalen Netzwerkmarkt dienen.

Hintergrund dieser Entscheidung ist der anhaltende Kostendruck durch volatile Treibstoffpreise und gestiegene Personalkosten innerhalb der Lufthansa Group. Durch die Belegung von Stornierungen mit hohen Fixbeträgen versucht der Konzern, die Planbarkeit der Auslastung zu erhöhen und kurzfristige Kapazitätsverluste finanziell abzufedern. Für Geschäftsreisende und Vielflieger bedeutet dies eine erhebliche Verteuerung der Reiseplanung, da das Risiko eines kompletten Ausfalls nun mit bis zu vierstelligen Beträgen belastet wird. Die Reaktionen aus der Reisebranche deuten darauf hin, dass die Transparenz der Tarifstrukturen durch diese komplexen Sonderregelungen für bestimmte Ländergruppen zunehmend erschwert wird.

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