Lufthansa Aviation Center am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
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Lufthansa Group verzeichnet deutlichen Gewinnrückgang infolge gestiegener Treibstoffkosten und Streikbelastungen

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Der Luftfahrtkonzern Lufthansa Group hat im zweiten Quartal 2026 trotz eines Umsatzanstiegs um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro einen spürbaren Rückgang des operativen Ergebnisses hinnehmen müssen. Das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 870 Millionen Euro auf 383 Millionen Euro.

Als maßgebliche Ursache für den Einbruch weist das Unternehmen um rund 750 Millionen Euro gestiegene Treibstoffaufwendungen aus, die vor allem aus der Preisentwicklung am Kerosinmarkt im Zuge des Nahostkonflikts resultierten. Zusätzliche Belastungen von mindestens 150 Millionen Euro entstanden durch Arbeitsausstände im Frühjahr. Trotz einer ungebrochen hohen Passagiernachfrage – insbesondere in den oberen Buchungsklassen und auf Strecken nach Asien – konnte die Steigerung der Durchschnittserlöse den Kostenanstieg im Kerngeschäft nicht vollständig auffangen. Vor dem Hintergrund anhaltender Marktvolatilität und verkürzter Buchungsfristen hat der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angepasst und rechnet nun mit einem Adjusted EBIT in einer Bandbreite zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro.

Entwicklung der Passagier-Airlines und Netzwerkanpassungen

Im Segment der Netzwerk-Airlines, zu dem neben der Kernmarke Lufthansa auch Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines gehören, lag das Angebot im zweiten Quartal 2026 um drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus sechs Streiktagen im April 2026 sowie aus operativen Streckenoptimierungen auf den Kurzstreckennetzen, bei denen unter anderem das Angebot des Flugbetriebs der Lufthansa CityLine angepasst wurde.

Trotz des verringerten Flugangebots stieg die durchschnittliche Auslastung der Maschinen leicht auf 81,6 Prozent. Die Stückerlöse kletterten um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei die Erlöse auf den Asien-Verbindungen ein Plus von mehr als 13 Prozent verzeichneten. Hohe Kerosinpreise belasteten den Bereich jedoch mit Mehrkosten von über 600 Millionen Euro. Die Stückkosten ohne Treibstoff- und Emissionsaufwendungen stiegen kapazitätsbedingt um 3,1 Prozent, was der Konzern vor allem auf gestiegene Personalaufwendungen und Abschreibungen zurückführt. Rechnerisch ergab sich bei einer Anpassung an die Vorjahreskapazitäten ein Stückkostenanstieg von rund einem Prozent. Das Adjusted EBIT der Netzwerk-Airlines sank in der Folge von 627 Millionen Euro im Vorjahr auf 137 Millionen Euro. In diesem Ergebnis ist zudem ein um 108 Millionen Euro schlechteres Beteiligungsergebnis enthalten, das hauptsächlich auf währungsbedingte Neubewertungen von Leasingverbindlichkeiten bei der Beteiligung ITA Airways zurückgeht.

Bei der Tochtergesellschaft Eurowings führte der Konflikt im Nahen Osten zu einer Anpassung des Flugplans. Die Fluggesellschaft nahm Ziele in der Golfregion vorübergehend aus dem Programm und verlagerte Kapazitäten auf Strecken im Mittelmeerraum. Bei einem um sechs Prozent reduzierten Gesamtangbot stiegen die Stückerlöse dank starker Nachfrage im innereuropäischen Verkehr um 9,4 Prozent. Die Stückkosten ohne Treibstoff erhöhten sich jedoch um 10,9 Prozent, bedingt durch den Kapazitätsrückgang sowie Aufwendungen für Wartung, Gebühren, Catering und Vorbereitungen auf die Einflottung der Boeing 737-8 Max. Zusammen mit einem um 29 Millionen Euro niedrigeren Ergebnis des Joint Ventures SunExpress resultierte im Bereich der Punkt-zu-Punkt-Airlines ein Adjusted EBIT von minus 37 Millionen Euro, nach 64 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Entwicklung in den Geschäftsfeldern Logistik und Technik

Gegenläufig zum Trend im Passagierverkehr verzeichnete die Frachtsparte Lufthansa Cargo eine positive Entwicklung. Die Frachtkapazität stieg im zweiten Quartal 2026 um zwei Prozent, unter anderem durch die Vermarktung der Frachträume von ITA Airways. Angetrieben durch eine anhaltend hohe Nachfrage im Luftfrachtverkehr stiegen die Durchschnittserlöse um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz höherer Treibstoffkosten, die an Kunden weitergereicht wurden, verbesserte Lufthansa Cargo das Adjusted EBIT auf 116 Millionen Euro, verglichen mit 73 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025. Die operative Marge der Frachtsparte lag damit bei über 11 Prozent.

Lufthansa Technik setzte das Wachstum der Vorperiode fort. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 11 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wobei die Erlöse aus Geschäften mit externen Kunden um 23 Prozent zulegten. Das operative Ergebnis lag mit 157 Millionen Euro leicht über dem Vorjahreswert von 149 Millionen Euro. Die anhaltend hohe Auslastung in der Instandhaltung und Reparatur von Verkehrsflugzeugen stützte das Gesamtergebnis der Gruppe.

Finanzlage und Ergebniskennzahlen

Das Konzernergebnis der Lufthansa Group verringerte sich im zweiten Quartal 2026 auf 123 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 1,0 Milliarden Euro erreicht worden waren. Neben dem gesunkenen operativen Ergebnis wirkten sich Bewertungseffekte sowie ein Einmaleffekt bei den Steuern aus dem Vorjahr auf den Jahresüberschuss aus. Die Adjusted EBIT-Marge ging auf 3,4 Prozent zurück, verglichen mit 8,4 Prozent im Vorjahr. Der Adjusted Free Cashflow lag im ersten Halbjahr 2026 bei minus 365 Millionen Euro.

Die Bilanzstruktur des Konzerns zeigte sich im Berichtszeitraum stabil. Die Netto-Kreditverschuldung inklusive der Pensionsverpflichtungen verharre zum 30. Juni 2026 mit 8,3 Milliarden Euro auf dem Niveau des Jahresendes 2025. Die verflüssigbaren Mittel und Kreditzusagen beliefen sich unverändert auf 10,7 Milliarden Euro. Die Nettoinvestitionen beliefen sich im ersten Halbjahr auf 1,0 Milliarden Euro und flossen im Wesentlichen in Anzahlungen für künftige Flottenerneuerungen sowie Schlusszahlungen für acht neu ausgelieferte Flugzeuge.

Vorstandsbeurteilung und Ausblick für das Gesamtjahr 2026

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, verwies bei der Vorlage der Zahlen auf die Auswirkungen der weltweiten Krisen und der Rohstoffpreissteigerungen. Er betonte gleichzeitig die Wirksamkeit der eingeleiteten Restrukturierungsschritte bei der Kernmarke Lufthansa. Das Turnaround-Programm ruhe auf der Flottenerneuerung, der Übertragung von Kapazitäten auf kostengünstigere Flugbetriebe wie Discover Airlines und Lufthansa City Airlines sowie allgemeinen Effizienzsteigerungen.

Finanzvorstand Till Streichert wies auf die gesunkene Prognosesicherheit hin, die sich aus der Preisvolatilität bei Kerosin und kürzeren Buchungsfristen der Passagiere ergibt. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr 2026 nun mit einem Adjusted EBIT zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Am oberen Ende der Spanne würde das Gesamtergebnis über dem Vorjahreswert liegen. Die Kapazität für das Gesamtjahr wird voraussichtlich auf dem Niveau des Vorjahres verharren, während die Prognose für den Adjusted Free Cashflow von rund 0,9 Milliarden Euro unverändert aufrechterhalten wird.

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