Flughafen Tel Aviv-Ben Gurion (Foto: Chris Hoare).
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Lufthansa-Gruppe setzt alle Flüge nach Tel Aviv aus – Eskalation des Nahost-Konflikts als Ursache

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Angesichts einer sich zuspitzenden sicherheitspolitischen Lage im Nahen Osten hat die gesamte Lufthansa-Gruppe mit sofortiger Wirkung alle ihre Flugverbindungen von und nach Tel Aviv bis einschließlich 6. Mai 2025 eingestellt.

Diese Maßnahme betrifft neben der Kernmarke Lufthansa auch die Tochtergesellschaften Swiss und den Frachtverkehr. Ein Sprecher des Unternehmens begründete diesen Schritt mit der drohenden Ausweitung des regionalen Konflikts, nachdem die Huthi-Miliz im Jemen erstmals den unmittelbaren Nahbereich des internationalen Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv mit einem Raketenangriff getroffen hatte.

Huthi-Rakete trifft nahe des Flughafens – Israel droht mit Vergeltung

Der Raketenangriff der jemenitischen Huthi-Miliz, die vom Iran unterstützt wird, markiert eine neue Eskalationsstufe im ohnehin angespannten Verhältnis in der Region. Nach Angaben der israelischen Armee schlug die Rakete in unmittelbarer Nähe des Flughafens Ben Gurion ein. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete acht Verletzte.

Die Huthi-Miliz reklamierte den Angriff für sich und gab an, den Flughafen mit einer Hyperschallrakete gezielt angegriffen zu haben. Diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden. Gleichzeitig forderte die Miliz internationale Fluggesellschaften auf, den israelischen Flughafen aus Sicherheitsgründen zu meiden. Die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berief noch für den Nachmittag eine dringende Sicherheitsberatung ein.

Raketenabwehr erfolglos – Augenzeugen berichten von Panik

Die von den Huthis abgefeuerte Rakete konnte trotz mehrfacher Versuche der israelischen Raketenabwehr nicht abgefangen werden. In sozialen Medien verbreitete Videos zeigten Rauchsäulen in der Nähe des Flughafens und Augenzeugen berichteten von panikartigen Reaktionen von Menschen im Terminalbereich.

Während des Angriffs heulten in zahlreichen israelischen Gebieten, darunter auch in Tel Aviv und Jerusalem, die Warnsirenen. Der Flugverkehr wurde umgehend unterbrochen und die Zufahrtsstrassen zum Flughafen vorübergehend gesperrt, was zu erheblichen Beeinträchtigungen des Reiseverkehrs führte.

Israel kündigt harte Reaktion an – Eskalationsspirale befürchtet

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz reagierte umgehend und drohte mit einem massiven Gegenschlag. In Anspielung auf biblische Zitate kündigte er eine siebenfache Vergeltung für den erfolgten Angriff an. Diese Eskalation der Rhetorik nährt die Befürchtungen einer weiteren Ausweitung des Konflikts. Interessanterweise hatte die israelische Armee seit rund vier Monaten keine Ziele mehr im Jemen angegriffen, was Beobachter auf eine mögliche Abstimmung mit den Vereinigten Staaten zurückführten, deren Militär seit einiger Zeit Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen bombardiert.

Ein Taxifahrer, der sich zum Zeitpunkt des Raketeneinschlags am Flughafen Ben Gurion aufhielt, schilderte gegenüber dem israelischen Nachrichtenportal „ynet“ dramatische Szenen. Er berichtete von Raketenalarm und einem unmittelbar darauf folgenden ohrenbetäubenden Knall. Es sei keine Zeit geblieben, um Schutzräume im Terminal 3 aufzusuchen. Die Wucht der Explosion sei enorm gewesen, alles habe gebebt und kleine Steine seien durch die Luft geflogen. Am Flughafen habe grosse Panik geherrscht.

Die erneuten Spannungen und der Raketenangriff der Huthi-Miliz stehen im Kontext der wiederaufgenommenen israelischen Militäroperationen im Gazastreifen seit dem 18. März. Die Huthi-Miliz, die sich selbst als Teil der sogenannten „Achse des Widerstands“ gegen Israel und die Vereinigten Staaten sieht, feuert seitdem aus Solidarität mit der Hamas wiederholt Geschosse in Richtung Israel.

Ihr Motto lautet: „Gott ist groß, Tod Amerika, Tod Israel, Fluch über die Juden, Sieg dem Islam.“ Die Flugaussetzung der Lufthansa-Gruppe ist ein deutliches Zeichen für die wachsende Besorgnis internationaler Akteure über die sich verschlechternde Sicherheitslage in der Region und die potenziellen Gefahren für den zivilen Luftverkehr. Betroffene Passagiere werden von den Fluggesellschaften informiert und, soweit möglich, auf alternative Verbindungen umgebucht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln und ob die Lufthansa ihre Flugverbindungen nach Tel Aviv nach dem 6. Mai wieder aufnehmen kann.

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