Die Deutsche Lufthansa AG verzeichnete im dritten Quartal 2024 das umsatzstärkste Quartal in ihrer Firmengeschichte. Mit einem Umsatz von 10,7 Milliarden Euro übertraf der Konzern das Vorjahr um fünf Prozent.
Treiber für das Wachstum waren neben einer hohen Nachfrage nach Flugreisen auch die gute Entwicklung der Tochtergesellschaften Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo. Trotz der positiven Bilanz bleibt die Airline-Gruppe mit einigen Herausforderungen konfrontiert und arbeitet konsequent an ihrer strategischen Ausrichtung und Nachhaltigkeitszielen.
Hohe Nachfrage treibt Umsatz und Auslastung an
Die Lufthansa Group konnte im dritten Quartal über 40 Millionen Passagiere befördern, was einer Steigerung um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der durchschnittliche Sitzladefaktor stieg auf 87 Prozent, wobei der August mit einer Auslastung von 88 Prozent einen neuen Monatsrekord aufstellte. Besonders im Premiumsegment – Business und First Class – konnte Lufthansa weiterhin eine starke Nachfrage verzeichnen, und auch für das vierte Quartal liegen die Buchungszahlen über dem Niveau des Vorjahres.
Die hohe Passagierzahl und das stabile Frachtgeschäft bescherten dem Konzern ein Adjusted EBIT (operativer Gewinn) von 1,3 Milliarden Euro, wenngleich die operative Marge aufgrund steigender Kosten leicht auf 12,5 Prozent sank. Besonders die Personalkosten, gestiegene Gebühren sowie Verzögerungen bei Flugzeuglieferungen wirkten sich negativ auf die Bilanz aus. Diese Herausforderungen sind jedoch Bestandteil des zukünftigen „Turnaround“-Programms der Lufthansa Airlines, das unter anderem eine effizientere Gestaltung der Kurzstreckenflüge und eine Modernisierung der Flugzeugflotte vorsieht.
Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo als Stützpfeiler
Ein erheblicher Teil des Umsatzes stammt von den Tochtergesellschaften Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo, die jeweils bedeutende Beiträge zum Gesamtergebnis leisteten. Lufthansa Technik verzeichnete im dritten Quartal ein EBIT von 167 Millionen Euro, nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere die gestiegene Nachfrage nach Wartungs- und Reparaturleistungen, hervorgerufen durch die weltweite Erholung des Flugverkehrs, begünstigte das Wachstum in diesem Sektor.
Das Frachtgeschäft zeigte ebenfalls starke Zahlen. Lufthansa Cargo erwirtschaftete im dritten Quartal ein Adjusted EBIT von 38 Millionen Euro, womit sie von der weiterhin hohen Nachfrage nach Luftfracht und dem starken E-Commerce-Handel, insbesondere in der Region Asien-Pazifik, profitierte. Diese positive Entwicklung zeigt, dass Lufthansa Cargo auf Veränderungen im Luftfrachtmarkt flexibel reagiert und Kapazitäten bei Bedarf international verschiebt.
Investitionen in Nachhaltigkeit und Modernisierung
Neben operativen Maßnahmen liegt ein starker Fokus des Konzerns auf der Nachhaltigkeit und Modernisierung. Die Lufthansa Group hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt und strebt eine Halbierung der CO₂-Emissionen bis 2030 sowie eine CO₂-Neutralität bis 2050 an. Dazu investiert der Konzern stark in treibstoffeffiziente Flugzeuge und nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF). Bereits ab 2024 sind auch auf Langstrecken „Green Fares“ verfügbar, die den CO₂-Ausgleich für Fluggäste beinhalten und zum Klimaschutz beitragen.
Zusätzlich plant Lufthansa den Erwerb eines Anteils an der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways, was die internationale Präsenz des Konzerns stärken soll. Die geplante Erweiterung des Flottenbestandes und die fortschreitende Automatisierung der Prozesse sind Bestandteile einer Strategie, die die Marktführerschaft in Europa weiter sichern und ausbauen soll.
Ausblick
Die Lufthansa erwartet auch für das vierte Quartal eine stabile Nachfrage und hat ihre Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr auf ein Adjusted EBIT von 1,4 bis 1,8 Milliarden Euro festgelegt. Mit den geplanten strukturellen Veränderungen und der fortlaufenden Modernisierung verfolgt die Lufthansa Group das Ziel, als europäischer Branchenführer gestärkt aus dem Jahr 2024 hervorzugehen.