Lufthansa Technik in Düsseldorf (Foto: Robert Spohr).
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Lufthansa Technik beginnt Bau eines neuen Wartungswerks in Portugal

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Die Flugzeugwartungssparte des Lufthansa-Konzerns hat den offiziellen Baubeginn für ein neues Werk im Norden Portugals vermeldet. Am Montag erfolgte in Santa Maria da Feira, südlich von Porto, der Spatenstich für eine rund 55.000 Quadratmeter große Anlage.

Das im Jahr 2024 gegründete Tochterunternehmen Lufthansa Technik Portugal soll dort ab dem Jahr 2028 den regulären Betrieb aufnehmen und ist auf die Reparatur von Triebwerksteilen und Flugzeugkomponenten ausgerichtet. Das Projekt sieht ein Investitionsvolumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich vor und soll mittelfristig bis zu 700 Arbeitsplätze in der Region schaffen. An der feierlichen Zeremonie nahmen neben Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr auch der portugiesische Ministerpräsident Luís Montenegro sowie Vertreter der staatlichen Handels- und Investitionsagentur AICEP teil.

Die Ansiedlung wird durch staatliche Investitionsanreize gefördert, zu denen im Rahmen der Veranstaltung eine endgültige Vereinbarung zwischen der Fluggesellschaft und der AICEP unterzeichnet wurde. Für die portugiesische Regierung stellt das Vorhaben einen Versuch dar, das Land als industriellen Standort im europäischen Wartungs-, Reparatur- und Überholungssektor (MRO) zu positionieren. Der Lufthansa-Konzern verknüpft das industrielle Vorhaben, zu dem auch ein geplantes Technologiezentrum für künstliche Intelligenz gehört, offen mit seinen Ambitionen auf dem dortigen Luftverkehrsmarkt. Carsten Spohr verwies in seiner Ansprache darauf, dass das verstärkte Engagement in Portugal das fortlaufende Interesse der Lufthansa Group an einer Übernahme der staatlichen Fluggesellschaft TAP Air Portugal untermauere, die insbesondere wegen ihrer Flugverbindungen nach Südamerika und Afrika als Übernahmekandidat gilt.

Branchenanalysten betrachten die Großinvestition der Lufthansa Technik jedoch vor dem Hintergrund anhaltender Kapazitätsengpässe und hoher Produktionskosten an den deutschen Heimatstandorten. Durch die Verlagerung von arbeitsintensiven Reparaturprozessen für Triebwerke und Komponenten in Länder mit einem im europäischen Vergleich niedrigeren Lohnniveau versucht der Konzern, seine Gewinnmargen im Wartungsgeschäft gegen die wachsende Konkurrenz aus Osteuropa und dem Nahen Osten zu verteidigen. Gleichzeitig birgt der Aufbau neuer Großstrukturen im Ausland das Risiko von Verzögerungen bei der Rekrutierung von qualifiziertem Fachpersonal, da der Mangel an Flugzeugtechnikern ein europaweites Strukturproblem darstellt.

Wirtschaftsbeobachter weisen zudem darauf hin, dass die deutliche Verknüpfung des Fabrikbaus mit dem Werben um die Fluggesellschaft TAP Air Portugal politischen Sprengstoff birgt. Die Privatisierung der portugiesischen Nationalairline ist im Land hochgradig umstritten und zieht sich seit Jahren hin. Sollte die Lufthansa bei der anstehenden Ausschreibung gegen Konkurrenten wie die Air France-KLM-Gruppe oder die International Airlines Group (IAG) unterliegen, könnte dies das langfristige Verhältnis zwischen dem deutschen Luftfahrtkonzern und den portugiesischen Behörden belasten, ungeachtet der nun vertraglich fixierten Industrieinvestition in Santa Maria da Feira.

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