Lufthansa-Winglet (Foto: Mark König/Unsplash).
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Lufthansa unterbreitet Gewerkschaft Angebot zur Umstrukturierung der Pilotenversorgung

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Im festgefahrenen Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit (VC) hat die Konzernführung einen neuen Vorstoß zur Reform der Alters- und Übergangsversorgung unternommen.

Das Unternehmen schlägt vor, das bisherige System der Übergangsversorgung (ÜV) – welche die Zeit zwischen dem Ende der aktiven Flugtätigkeit und dem Eintritt in die gesetzliche Rente überbrückt – vollständig in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zu integrieren. Laut Lufthansa-Management orientiere man sich damit an internationalen Wettbewerbern wie KLM oder British Airways, die bereits über solche integrierten Versorgungssysteme verfügen. Die Airline signalisiert Verhandlungsbereitschaft, dieses von der Gewerkschaft in der Vergangenheit oft als Vorbild genannte Modell nun auch für das Cockpitpersonal von Lufthansa Classic und Lufthansa Cargo umzusetzen.

Ein zentrales Argument der Lufthansa für diesen Systemwechsel ist die Flexibilisierung der individuellen Lebensplanung. Das derzeitige Modell der Übergangsversorgung bringt den Nachteil mit sich, dass Ansprüche verfallen können, wenn Piloten aufgrund ihrer Karriereplanung bis zur gesetzlichen Altersgrenze im Dienst bleiben. Durch eine Überführung der Mittel in die betriebliche Altersvorsorge könnten die Rentenansprüche rechnerisch um bis zu 50 Prozent aufgewertet werden. Das Unternehmen betont dabei, dass diese Umstellung kostenneutral für den Konzern erfolgen soll, während sie für die Beschäftigten eine substanzielle Verbesserung der späteren Altersbezüge darstellt. Ähnliche Modelle wurden in der Vergangenheit bereits erfolgreich für das Kabinenpersonal implementiert, was nun als Blaupause für die Piloten dienen soll.

Um die Akzeptanz innerhalb der Belegschaft zu sichern, sieht das Angebot der Lufthansa umfassende Vertrauensschutzregelungen vor. Piloten, die kurz vor dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst stehen, sollen weiterhin auf die bestehenden Zusagen der Übergangsversorgung vertrauen können. Damit will der Konzern die notwendige Planungssicherheit gewährleisten und Unruhe in der erfahrenen Belegschaft vermeiden. Die Verhandlungsführer fordern die Gewerkschaft nun dazu auf, auf Basis dieses Gesamtpakets wieder in konstruktive Gespräche einzutreten, um eine langfristige Lösung für die betriebliche Vorsorge zu finden und weitere Arbeitskämpfe abzuwenden.

Branchenexperten beobachten den Konflikt genau, da die Altersversorgung traditionell zu den komplexesten und teuersten Bestandteilen der Tarifverträge im Luftverkehr gehört. Die Vereinigung Cockpit hatte in der Vergangenheit stets betont, dass eine attraktive Versorgung ein wesentlicher Bestandteil der Wettbewerbsfähigkeit als Arbeitgeber sei. Die Lufthansa steht gleichzeitig vor der Herausforderung, ihre Kostenstrukturen im internationalen Vergleich stabil zu halten, ohne dabei die Attraktivität für hochqualifiziertes Personal zu verlieren. Der Ausgang dieser Verhandlungen wird als richtungsweisend für die künftige Personalstrategie des gesamten Konzerns gewertet.

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