Flixtrain (Foto: Steffen Lorenz).
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Massive Kapazitätserweiterung bei Flixtrain: Verdopplung des Angebots bis 2026

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Der private Fernzugbetreiber Flixtrain forciert seine Wachstumsstrategie auf dem deutschen Schienenmarkt und plant eine signifikante Ausweitung seiner Kapazitäten. Wie André Schwämmlein, Chef des Mutterkonzerns Flix, mitteilte, soll sich die Größe des Angebots bereits in den kommenden zwei Jahren verdoppeln.

Diese Expansion erfolgt noch vor der planmäßigen Auslieferung der im vergangenen Jahr bestellten Neufahrzeuge des spanischen Herstellers Talgo. Erreicht werden soll dieses Ziel primär durch eine deutlich höhere Taktung auf den bestehenden Kernstrecken sowie durch den Einsatz längerer Wagenverbände, um die steigende Nachfrage im Fernverkehr zu bedienen.

Im Zentrum der Angebotsoffensive stehen die hochfrequentierten Verbindungen zwischen den deutschen Metropolen. Auf der Prestige-Route Berlin–Hamburg wird die Zahl der täglichen Abfahrten auf bis zu zehn Fahrten erhöht, was einer Steigerung der wöchentlichen Frequenzen um rund ein Drittel entspricht. Noch drastischer fällt der Ausbau auf den Relationen zwischen Hamburg und Köln sowie zwischen Berlin und Leipzig aus, wo Flixtrain eine Verdopplung der wöchentlichen Abfahrten anstrebt. Durch diese Verdichtung des Fahrplans positioniert sich das Unternehmen verstärkt als direkter Wettbewerber zur Deutschen Bahn und versucht, Marktanteile im preisbewussten Reisesegment zu gewinnen.

Ein strategischer Meilenstein ist zudem die geplante Anbindung von München an das grüne Streckennetz ab dem Jahr 2028. Die bayerische Landeshauptstadt, die zugleich der Hauptsitz von Flix ist, wird künftig mit den neuen Hochgeschwindigkeitszügen von Talgo bedient. Insgesamt umfasst der Auftrag 65 dieser modernen Garnituren, die für den Einsatz im deutschen Schienennetz optimiert sind. Die entsprechenden Lokomotiven für den Betrieb werden vom Hersteller Siemens bezogen. Um die Verbundenheit zum Standort München zu unterstreichen, wurde kürzlich eine Siemens-Lokomotive im Beisein des bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter auf den Namen „Bayern“ getauft.

Die Expansionspläne spiegeln das Vertrauen des Unternehmens in die Liberalisierung des Schienenpersonenfernverkehrs wider. Trotz der Herausforderungen durch die sanierungsbedürftige Infrastruktur der DB InfraGO setzt Flixtrain auf eine aggressive Flottenvergrößerung. Die Entscheidung, bereits vor der Lieferung der Talgo-Züge massiv auszubauen, deutet darauf hin, dass das Unternehmen kurzfristig verfügbare Wagenkapazitäten am Markt sichert oder bestehende Kontingente effizienter umlaufen lässt. Damit untermauert Flix seinen Anspruch, nicht nur als Mobilitätsplattform für Busse, sondern als vollwertiger Akteur im europäischen Eisenbahnverkehr wahrgenommen zu werden.

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