Erhebliche Beeinträchtigungen im Schienenverkehr haben am Freitag den Münchner Nordosten sowie die Anbindung an den Flughafen München weitgehend lahmgelegt. Seit den frühen Morgenstunden war die wichtige Verbindung zwischen dem Bahnhof Moosach und dem Airport aufgrund einer technischen Störung gesperrt.
Dies führte zu weitreichenden Ausfällen und Verspätungen im S-Bahn-Verkehr der Linie S1 sowie bei regionalen Zugverbindungen. Pendler und Flugreisende mussten auf alternative Transportmittel ausweichen, wobei die Deutsche Bahn kurzfristig einen Schienenersatzverkehr mit Bussen organisierte, der jedoch aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens schnell an seine Kapazitätsgrenzen stieß.
Hintergrund der Streckensperrung waren ersten Erkenntnissen zufolge Probleme an der Oberleitung sowie eine Signalstörung im Bereich Feldmoching, die eine sichere Durchfahrt der Züge unmöglich machten. Techniker der DB Netz AG wurden unmittelbar angefordert, um die Schadstellen zu lokalisieren und zu beheben. Während der Dauer der Arbeiten wurden Fahrgäste aus der Innenstadt gebeten, bevorzugt die S-Bahn-Linie S8 über den Ostbahnhof zu nutzen, um zum Flughafen zu gelangen. Da die S1 jedoch eine der Hauptschlagadern für den Nordwesten der Landeshauptstadt darstellt, kam es auch auf den Straßen und bei den U-Bahn-Anbindungen zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und entsprechenden Verzögerungen im Berufsverkehr.
Die Sperrung betraf nicht nur die S-Bahn, sondern auch den Regionalverkehr in Richtung Freising und Regensburg, da die Trasse für den gesamten Schienenverkehr in diesem Sektor gesperrt werden musste. Erst im Laufe des Nachmittags zeichnete sich eine schrittweise Entspannung der Lage ab, nachdem die Reparaturarbeiten teilweise abgeschlossen werden konnten. Dennoch warnte die Betreibergesellschaft davor, dass es bis in die späten Abendstunden zu Folgeverzögerungen kommen kann, da sich Züge und Personal nicht an ihren planmäßigen Positionen befanden. Die Informationspolitik an den Bahnhöfen wurde von wartenden Reisenden teilweise als unzureichend kritisiert, da die Anzeigen oft nur kurzfristige Änderungen wiedergaben.
Der Vorfall verdeutlicht erneut die hohe Störungsanfälligkeit des Münchner S-Bahn-Systems, insbesondere auf den eingleisigen Abschnitten und den stark frequentierten Zufahrtswegen zum Flughafen. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die technische Infrastruktur in diesem Bereich regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen stößt, was bei kleinsten Defekten zu systemweiten Auswirkungen führt. Für die betroffenen Fluggäste bedeutete die Störung einen erheblichen Zeitverlust, weshalb die Flughafengesellschaft dazu riet, bei künftigen Reisen mehr Zeitpuffer für die Anreise einzuplanen. Weitere Untersuchungen zur genauen Ursache des Oberleitungsschadens dauern derzeit noch an.