Ein unerwarteter und weit verbreiteter Stromausfall hat am gestrigen Tage den Flugverkehr auf der Iberischen Halbinsel empfindlich gestört und in Spanien sowie Portugal zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt.
Betroffen waren nicht nur die Flughäfen, sondern auch der öffentliche Nahverkehr, die Verkehrsinfrastruktur sowie private und gewerbliche Stromkunden. Auch der Internetzugang soll in weiten Teilen der beiden Länder unterbrochen gewesen sein. Die Ursache für diesen Blackout ist derzeit noch unbekannt und Gegenstand intensiver Untersuchungen.
Flughäfen im Ausnahmezustand: Abflüge gestoppt, Ankünfte reduziert
Der Stromausfall, der kurz nach 13:00 Uhr Ortszeit am 28. April 2025 eintrat, hatte unmittelbare Auswirkungen auf den Flugbetrieb. An mehreren bedeutenden Flughäfen der Region, darunter die Hauptstädte Lissabon (Portugal), Madrid und Barcelona (Spanien), wurde ein sofortiger Stopp aller Abflüge angeordnet. Diese Maßnahme diente dazu, ein weiteres Anwachsen der Passagierströme in den bereits überfüllten Terminals zu verhindern.
Auch der ankommende Flugverkehr war von den Störungen betroffen. Am Flughafen Lissabon wurde eine sogenannte „Nullrunde“ für ankommende Flüge verhängt, um eine Überlastung der Kapazitäten zu vermeiden. An den Flughäfen Barcelona-El Prat und Madrid-Barajas wurden die Ankunftsraten drastisch reduziert, um 50 beziehungsweise bis zu 60 Prozent. Diese Einschränkungen führten zu erheblichen Verspätungen und in einigen Fällen auch zu Annullierungen von Flügen.
Die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal reagierte umgehend auf die Situation und forderte ihre Passagiere auf, sich bis auf Weiteres nicht zu den Flughäfen zu begeben. Auch der Flughafen Lissabon riet Reisenden, die Terminals zu verlassen und sich mit ihren jeweiligen Fluggesellschaften in Verbindung zu setzen, ohne jedoch nähere Angaben zur Ursache des Stromausfalls zu machen.
Aena, der Betreiber der größten spanischen Flughäfen, bestätigte die Zwischenfälle auf seinen Kanälen und wies darauf hin, dass Notstromaggregate aktiviert seien. Gleichzeitig empfahl Aena den Passagieren, sich bei ihren Fluggesellschaften über mögliche Beeinträchtigungen beim Zugang zu den Flughäfen und beim Bodentransport zu informieren. Berichten zufolge war die Stromversorgung am stark frequentierten Flughafen Madrid-Barajas zunächst nicht wiederhergestellt. Dieser Flughafen fertigte im Jahr 2024 über 66 Millionen Passagiere ab und ist somit der verkehrsreichste Spaniens.
Ursachenforschung und erste Reaktionen der Regierungen
Die Ursache des massiven Stromausfalls in Spanien wird derzeit von der nationalen Stromversorgungsgesellschaft Red Eléctrica untersucht. Nach ersten Angaben des Unternehmens waren große Städte betroffen, und der Ausfall führte zu Störungen im Verkehr und in der Kommunikation. In einigen Fällen mussten U-Bahnen vorsorglich evakuiert werden.
Die Regierungen Spaniens und Portugals beriefen nach dem Blackout, der kurzzeitig auch das an Nordostspanien grenzende Andorra in Frankreich betraf, Dringlichkeitssitzungen des Kabinetts ein, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Der portugiesische Energieversorger REN bestätigte einen umfassenden Stromausfall auf der gesamten Iberischen Halbinsel, der sich bis nach Frankreich auswirkte. Der spanische Netzbetreiber Red Eléctrica gab bekannt, dass in enger Zusammenarbeit mit regionalen Energieunternehmen an der schrittweisen Wiederherstellung der Stromversorgung im ganzen Land gearbeitet werde. Ein Sprecher von REN betonte, dass alle Pläne zur Wiederherstellung in Abstimmung mit europäischen Energieerzeugern und -betreibern aktiviert worden seien und man in ständigem Kontakt mit den zuständigen Behörden stehe, insbesondere der nationalen Katastrophenschutzbehörde. Parallel dazu würden die möglichen Ursachen des Vorfalls untersucht.
Vergleich mit ähnlichem Vorfall in London-Heathrow
Der aktuelle Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel erinnert an einen ähnlichen Vorfall vor wenigen Wochen am Londoner Flughafen Heathrow, dem verkehrsreichsten internationalen Flughafen Europas.
Dort führte ein Brand in einem lokalen Umspannwerk zu einem fast 24-stündigen Betriebsstillstand. Die Auswirkungen in Heathrow zogen sich über mehrere Tage hin, da Flugzeuge, Besatzungen und Passagiere durch das Ereignis in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich die Situation auf der Iberischen Halbinsel normalisieren wird und welche langfristigen Folgen der Stromausfall für den Reiseverkehr haben wird.
Entspannung der Lage am Folgetag
Ersten Meldungen vom Dienstag, dem 29. April 2025, zufolge scheint sich die Lage an den betroffenen Flughäfen in Spanien und Portugal allmählich zu entspannen. Ab 07:00 Uhr GMT meldete der Flughafen Madrid-Barajas eine weitgehende Normalisierung des Betriebs, lediglich bei einigen wenigen Abflügen kam es noch zu geringfügigen Verspätungen.
Auch am Flughafen Barcelona-El Prat scheinen die Flugbewegungen wieder regulär stattzufinden. Am Flughafen Lissabon kam es jedoch weiterhin zu Verspätungen und Annullierungen, und auch am Flughafen Porto wurden einige Flüge als gestrichen oder verspätet gemeldet. Insgesamt deutet die Entwicklung jedoch darauf hin, dass die Stromversorgung nach dem massiven Ausfall vom Vortag schrittweise wiederhergestellt wird und die gröbsten Beeinträchtigungen des Flugverkehrs überwunden sein dürften.
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