Am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) läuft seit Dienstag und noch bis Freitag, den 10. Oktober 2025, die Verteidigungsübung „Richthofen Shield“ der Luftwaffe. Im Fokus steht das Training der Integration militärischer Abläufe in zivile Infrastrukturen, um die Verteidigungsfähigkeit im Bündnisfall zu proben. An der Übung sind neben der Deutschen Luftwaffe auch europäische und transatlantische Partner beteiligt.
Kern der Übung ist der Einsatz von bis zu vier Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter. Diese stammen vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ aus Wittmund, einem der vier Eurofighter-Standorte der Luftwaffe. Die Piloten trainieren dabei Starts und Landungen unter Nutzung der regulären zivilen Flughafeninfrastruktur des FMO. Trotz des zusätzlichen militärischen Flugverkehrs, der lokal zu einer erhöhten Lärmbelästigung führen kann, betonen die Verantwortlichen, dass der reguläre zivile Flugbetrieb nicht beeinträchtigt wird.
Die Wahl des FMO als Übungsort unterstreicht dessen strategische Relevanz in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage. Der Flughafen gilt als logistischer Knotenpunkt für die NATO und kann im Verteidigungsfall als kritische Infrastruktur genutzt werden. Landrat des Kreises Steinfurt und FMO-Aufsichtsratsvorsitzender, Dr. Martin Sommer, betonte die Wichtigkeit des Flughafens für die Sicherung des Friedens in Europa. Auch der Bürgermeister der Belegenheitskommune Greven, Dietrich Aden, begrüßte die Übung und sah darin ein wichtiges Zeichen für die gesellschaftliche Akzeptanz militärischer Notwendigkeiten. Er lud Oberstleutnant Sebastian Fiedler, Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders, stellvertretend für die Soldaten, zum Eintrag in das Goldene Buch der Stadt ein.
Das Manöver „Richthofen Shield“ steht im allgemeinen Kontext der verstärkten NATO-Aktivitäten und der sogenannten Zeitenwende nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das Ziel ist die Verbesserung der logistischen und taktischen Fähigkeiten des Bündnisses, indem die Einsatzbereitschaft an wechselnden Standorten trainiert wird und das Zusammenspiel ziviler und militärischer Prozesse erlernt wird. Solche Übungen dienen dazu, für einen Ernstfall gerüstet zu sein, in dem zivile Flughäfen als Ausweich- und Unterstützungsstandorte eine wichtige Rolle übernehmen.



