Das aktuelle ÖAMTC-Reisemonitoring für den Sommer 2026 belegt eine weiterhin hohe Reisebereitschaft in der österreichischen Bevölkerung. Trotz ökonomischer Volatilität und geopolitischer Spannungen planen 94 Prozent der Befragten eine Urlaubsreise in den kommenden Monaten.
Dabei zeigt sich eine deutliche Zweiteilung: Während 70 Prozent der Reisenden das Ausland favorisieren – mit Italien und Kroatien als traditionelle Spitzenreiter –, plant gleichzeitig jeder zweite Befragte einen Aufenthalt innerhalb der Landesgrenzen. Im Inland stehen Kärnten und die Steiermark als beliebteste Zielgebiete an erster Stelle, was vor allem auf die Faktoren Sicherheit und kalkulierbare Kostenstrukturen zurückgeführt wird.
Die wirtschaftliche Lage hinterlässt jedoch deutliche Spuren in der Finanzplanung der Urlauber. Das durchschnittliche Budget pro Person ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liegt aktuell bei 1.189 Euro. Besonders Familien stehen unter finanziellem Druck und verfügen pro Kopf über ein Budget, das rund 143 Euro unter diesem Mittelwert liegt. Um die Reiseabsichten dennoch zu realisieren, greifen 83 Prozent der Österreicher auf gezielte Sparmaßnahmen zurück. Dazu zählen die Wahl günstigerer Unterkünfte, der Verzicht auf Restaurantbesuche vor Ort sowie eine generelle Verkürzung der Reisedauer. Rund die Hälfte der Befragten plant für diesen Sommer keinen Aufenthalt, der länger als eine Woche dauert.
In der Wahl der Verkehrsmittel bleibt der private Pkw mit einem Anteil von 70 Prozent das dominierende Medium für die Anreise zum Urlaubsort, ungeachtet der Preisentwicklung an den Tankstellen. Das Flugzeug folgt mit 36 Prozent an zweiter Stelle, während die Bahn von knapp einem Viertel der Reisenden genutzt wird. Interessante Abweichungen zeigen sich bei Alleinreisenden, die seltener auf das eigene Auto setzen und stattdessen verstärkt Bus- und Bahnverbindungen nutzen. Diese Gruppe verfügt zudem über das höchste Pro-Kopf-Budget und liegt im Schnitt 240 Euro über dem allgemeinen Mittelwert, was sie zu einer wirtschaftlich attraktiven Zielgruppe für die Tourismusbranche macht.
Experten raten angesichts der dynamischen Marktentwicklung zu einer frühzeitigen und sorgfältigen Planung. Vergleichsplattformen und Frühbucherrabatte haben als Instrumente zur Kostenkontrolle massiv an Bedeutung gewonnen. Da Sicherheitsbedenken neben dem Budget der wichtigste Faktor gegen eine Reise sind, verzeichnet der Mobilitätsclub eine verstärkte Nachfrage nach Informationsservices und Absicherungen wie dem Schutzbrief. Die Kombination aus digitaler Unterstützung über Apps und klassischer Beratung im Reisebüro bildet für viele Urlauber das Fundament, um trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen eine verlässliche Urlaubsgestaltung sicherzustellen.