Der Hamburger Flughafen baut im Rahmen seines Investitionsprogramms „HAM Upgrade“ die Infrastruktur für die Passagierabfertigung um. Insgesamt 22 der 90 vorhandenen Check-in-Schalter werden zu sogenannten Hybrid-Schaltern umgestaltet.
Je nach Aufkommen und Vorgabe der jeweiligen Fluggesellschaft können diese Positionen wahlweise mit Bodenpersonal besetzt oder als automatische Gepäckaufgabe (Self-Bag-Drop) im Selbstbedienungsmodus betrieben werden. Von den neuen Einheiten entfallen 14 auf Terminal 1 und acht auf Terminal 2. Zudem ergänzt ein mehrsprachiges Ansagesystem an den Gates die Passagierinformationen in sechs Sprachen.
Für den Umbau der 22 Schalterpositionen veranschlagt die Flughafenbetreibergesellschaft ein Investitionsvolumen von rund 1,7 Millionen Euro. Die Anpassungen erfordern neben baulichen Änderungen an den Countern technische Eingriffe in die Steuerung der Gepäckförderanlagen sowie die Installation zusätzlicher Sensorik und Lichtschranken. Das Gesamtvolumen des Modernisierungspakets „HAM Upgrade“, das auch Erneuerungen von Sanitäranlagen, Aufenthaltsbereichen und digitaler Infrastruktur umfasst, summiert sich mittlerweile auf über 35 Millionen Euro.
Die Maßnahme ist Teil eines branchenweiten Trends zur Automatisierung von Abfertigungsprozessen an europäischen Verkehrsflughäfen. Durch den flexiblen Wechsel zwischen Personal- und Automateneinsatz versuchen Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften, Spitzenzeiten bei der Kofferabgabe effizienter abzudecken und Wartezeiten zu reduzieren, ohne zusätzliche Terminalflächen errichten zu müssen. Bislang nutzen zwölf Fluggesellschaften in Hamburg die automatische Gepäckaufgabe; in Kürze sollen Turkish Airlines und Wizz Air an das System angebunden werden.
Luftfahrtanalysten betonen, dass der Erfolg automatisierter Terminalschnittstellen stark von der Stabilität der IT-Systeme und der Akzeptanz der Passagiere abhängt. Während vollautomatische Systeme die Personalkosten der Flugabfertiger senken können, führen technische Störungen in Stoßzeiten schnell zu Rückstaus im Terminalbereich. Zudem bleibt die Bereitstellung von Schalterpersonal für betreuungspflichtige Passagiere oder Sondergepäck weiterhin eine betriebliche Notwendigkeit.