Der ehemalige Qantas-Manager Peter Kelly bereitet den Start einer neuen Fluggesellschaft namens Zinc Airlines vor, die das bestehende Duopol auf dem australischen Luftverkehrsmarkt herausfordern soll.
Das Vorhaben sieht die Einwerbung von insgesamt 200 Millionen Australischen Dollar (rund 143,3 Millionen US-Dollar) vor, um einen Ultra-Low-Cost-Carrier nach dem Vorbild europäischer Günstigflieger wie Ryanair zu etablieren. Das Kapital soll hälftig durch Eigenkapital für Flugzeuganzahlungen und Betriebskosten sowie durch Fremdkapital finanziert werden. Der operative Start ist für etwa 17 Monate nach Abschluss der Finanzierungsrunde vorgesehen, wobei das Unternehmen gezielt auf eine hohe Flugzeugauslastung von mindestens zwölf Stunden täglich setzt.
Strategischer Dreh- und Angelpunkt der neuen Fluggesellschaft ist der im Oktober 2026 öffnende Flughafen Sydney Nancy Bird Walton im Westen der Metropole. Durch die Nutzung dieses neuen Standorts umgeht Zinc Airlines die problematische Slot-Knappheit am etablierten Kingsford Smith Airport, die in der Vergangenheit bereits für Wettbewerber wie Bonza oder Rex ein massives Hindernis darstellte. Von Sydney aus plant die Airline den Aufbau eines Hochfrequenznetzes auf den wichtigen Hauptverkehrsrouten nach Melbourne, Adelaide und Brisbane. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen Verbindungen zur Gold Coast das Streckennetz ergänzen.
Die Flottenstrategie basiert auf einem Einheitsmodell mit Maschinen des Typs Airbus A321neo. Dieser Flugzeugtyp bietet eine hohe Sitzplatzkapazität bei gleichzeitig niedrigen Betriebskosten pro Passagierkilometer, was für das Geschäftsmodell eines Billigfliegers essenziell ist. Kelly, der bereits Erfahrung durch die Gründung der zyprischen Cobalt Air gesammelt hat, tritt in einen Markt ein, der derzeit zu 93 Prozent von der Qantas-Gruppe und Virgin Australia kontrolliert wird. Branchenbeobachter verfolgen das Projekt mit Interesse, da mit Koala Airlines ein weiterer Mitbewerber für Ende 2026 den Start mit Boeing 737-8-Maschinen angekündigt hat, was den Wettbewerbsdruck im australischen Binnenmarkt deutlich erhöhen könnte.
Trotz der ambitionierten Pläne steht Zinc Airlines vor erheblichen Hürden. Die Kapitalbeschaffung gilt in einem volatilen Marktumfeld als anspruchsvoll, und der Erfolg wird massgeblich davon abhängen, ob die Kunden den neuen Flughafen im Westen Sydneys als echte Alternative akzeptieren. Kelly konzentriert sich derzeit laut eigenen Angaben vollständig auf die Investorensuche und hält sich mit weiteren Details zum operativen Geschäft zurück. Sollte die Finanzierung wie geplant gelingen, könnte der Markteintritt von Zinc Airlines die Preisstruktur im australischen Flugverkehr nachhaltig verändern und das langjährige Übergewicht der etablierten Carrier aufbrechen.