Der operative Start der neugegründeten italienischen Regionalfluggesellschaft Airidea ist von erheblichen Flugstreichungen überschattet worden. Bereits einen Tag nach der offiziellen Aufnahme des Flugbetriebs musste das Unternehmen am Flughafen Genua (Aeroporto di Genova-Sestri) zwei von drei für diesen Tag geplanten Rotationen ersatzlos streichen.
Von den Annullierungen direkt betroffen waren die neu eingeführten Inlandsverbindungen nach Bologna und Bergamo. Lediglich die geplante Verbindung von der ligurischen Hauptstadt nach Triest wurde von der Fluggesellschaft wie im Flugplan vorgesehen durchgeführt.
Das Management von Airidea begründete die kurzfristigen Flugausfälle mit dem vollständigen Fehlen von Passagierbuchungen auf den betroffenen Segmenten. Das Unternehmen betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass man sich aktuell in einer internen Testphase befinde, um die reale Marktnachfrage auf den reaktivierten Regionalstrecken exakt zu evaluieren. Im Zuge dieser Erprobungsphase behalte sich die Fluglinie vor, Flüge nur bei einer Mindestanzahl an vorliegenden Reservierungen tatsächlich abzuwickeln. Diese Praxis steht allerdings im Widerspruch zu den regulären Verpflichtungen eines Linienflugbetriebs.
Das langfristige Geschäftsmodell von Airidea unterscheidet sich deutlich von etablierten Billigfluggesellschaften. Nach eigenen Angaben ist die Fluglinie strategisch darauf ausgelegt, Nischenverbindungen im italienischen Point-to-Point-Verkehr auch bei einer dauerhaft sehr geringen Auslastung aufrechterhalten zu können. Hierfür setzt das Unternehmen auf kleinere Regionalflugzeuge, um die operativen Fixkosten pro Flugstunde zu minimieren. Experten des italienischen Luftfahrtmarktes äußerten sich angesichts des Fehlstarts jedoch skeptisch und verwiesen darauf, dass die mangelnde Planungssicherheit durch kurzfristige Annullierungen das Passagiervertrauen bereits in der sensiblen Markteintrittsphase nachhaltig beschädigen könnte.
Der Flughafen Genua leidet seit längerer Zeit unter einer schwachen Anbindung im nationalen Netzwerk, weshalb die Ansiedlung neuer Anbieter von der regionalen Wirtschaftsförderung aufmerksam verfolgt wird. Die Konkurrenz durch das gut ausgebaute italienische Hochgeschwindigkeitsbahnetz, insbesondere auf den Achsen nach Bologna und in die Lombardei, stellt für Regionalfluggesellschaften auf solch kurzen Distanzen eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung dar. Ob Airidea ihren Flugplan in den kommenden Wochen stabilisieren kann oder das Streckennetz vor Beginn der Hauptreisezeit modifizieren muss, hängt von der Entwicklung der Buchungszahlen auf den verbliebenen Routen ab.