Der Großraum der kanadischen Metropole Montreal verfügt seit dem 15. Juni 2026 über ein erweitertes Infrastrukturangebot im zivilen Luftverkehr. Mit der feierlichen Inbetriebnahme des neuen Passagierteffs am Montreal Metropolitan Airport (MET), dem vormaligen Regionalflughafen Saint-Hubert (YHU) an der Südküste der Stadt, wurde der kommerzielle Linienbetrieb offiziell gestartet.
Der Erstflug der kanadischen Fluggesellschaft Porter Airlines in Richtung Vancouver wurde auf dem Vorfeld mit der traditionellen Wassertaufe durch die Flughafenfeuerwehr empfangen. An der anschließenden feierlichen Banddurchtrennung nahmen zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik sowie hochrangige Abgesandte der Provinzregierung von Québec teil, die das Projekt als strukturellen Meilenstein für die gesamte Region würdigten.
Das neue Terminal soll primär als Entlastungsflughafen für den stark frequentierten internationalen Flughafen Montréal-Trudeau dienen und ist technisch speziell auf die Abfertigung von Standardrumpfflugzeugen (Single-Aisle) ausgelegt. Durch die Schaffung dieses Zwei-Flughafen-Systems, wie es in vielen internationalen Metropolen üblich ist, erhoffen sich die Betreiber eine erhebliche Steigerung der Gesamtkapazität auf dem regionalen Luftverkehrsmarkt. Das Konzept des Terminals verspricht den Passagieren durch optimierte Wegeführungen und modernste Logistiksysteme eine spürbar schnellere und unkompliziertere Abfertigung bei den Sicherheitskontrollen und der Gepäckausgabe, während gleichzeitig die inländischen und kontinentalen Fluganbindungen für die Wirtschaft der Provinz ausgebaut werden.
Als Erstnutzer und wichtigster Ankermieter hat Porter Airlines zum Betriebsstart ein umfassendes Streckennetz mit insgesamt 11 Direktverbindungen von MET aus etabliert. Um auch abgelegenere Gemeinden und kleinere Wirtschaftszentren in der Provinz Québec nahtlos an die kanadischen Großstädte anzubinden, nutzt die Fluggesellschaft eine intensivierte Kooperation mit dem regionalen Partner Pascan Aviation. Wirtschaftlich betrieben wird das neue Terminal von der Betreibergesellschaft YHU Infrastructure Partners, einem Joint Venture aus der Porter Aviation Holdings und dem global agierenden Finanzinvestor Macquarie Asset Management. Die Entwickler investierten im Zuge des Ausbaus unter anderem 8,2 Millionen kanadische Dollar in die Modernisierung des lokalen Straßennetzes, um das erhöhte Verkehrsaufkommen rund um das Flughafengelände abzufangen.
Um den berechtigten Interessen der umliegenden Gemeinden Rechnung zu tragen, setzten die lokalen Behörden und Planer strenge regulatorische Betriebsauflagen durch. Dazu gehören ein striktes Flugverbot während der Nachtstunden, regulierte Betriebszeiten im Tagesverlauf sowie die dauerhafte Installation von Kontrollsystemen zur Überwachung der Luftqualität in den angrenzenden Wohngebieten. Die Stadtverwaltung rechnet durch den kommerziellen Betrieb des Flughafens mit jährlichen Grundsteuereinnahmen von mehr als sechs Millionen kanadischen Dollar. Zudem wird erwartet, dass die ausgebaute Infrastruktur dem bedeutenden lokalen Luft- und Raumfahrtsektor in Québec neue Impulse verleiht und zusätzliche Ansiedlungen von Zulieferbetrieben begünstigt.