Flughafen Bern-Belp (Foto: Claudio Joss).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Neuer satellitengestützter Instrumentenanflug am Flughafen Bern-Belp eingeführt

Werbung

Der Schweizer Regionalflughafen Bern-Belp führt am 19. März 2026 ein neues satellitengestütztes Anflugverfahren für die Piste 32 ein. Das sogenannte RNP-Verfahren (Required Navigation Performance) ermöglicht Anflüge aus südlicher Richtung unter Nutzung hochpräziser GPS-Daten.

Diese technologische Umstellung ersetzt die bisherigen Sichtanflugverfahren und soll den Flugbetrieb insbesondere bei schwierigen Sichtverhältnissen stabilisieren. Durch die satellitengestützte Führung können Flugzeuge den Aufsetzpunkt genauer ansteuern, was die operative Verlässlichkeit des Flughafens im europäischen Regionalverkehr erhöht.

Ein wesentlicher Aspekt des neuen Verfahrens ist die räumliche Verlagerung der Flugwege. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) und die Flugsicherung Skyguide haben das Verfahren so konzipiert, dass dicht besiedelte Gebiete östlich des Flughafens entlastet werden. Betroffen von dieser Entlastung sind vor allem die Stadt Bern sowie die Gemeinden Ostermundigen und Muri bei Bern. Im Gegenzug führt die neue Route zu punktuellen Mehrbelastungen im Südosten des Flughafens. Um die akustischen Auswirkungen zu begrenzen, wurde der Anflugwinkel auf vier Grad festgelegt, was deutlich steiler ist als der internationale Standard von drei Grad.

Die Einführung umfasst zwei Varianten, eine Ost- und eine Westroute, wobei die Flugverkehrsleitung in der operativen Praxis primär die Ostvariante anweisen wird. Die Flughafenleitung betont, dass mit der technischen Umstellung keine Kapazitätserweiterung oder eine Zunahme der jährlichen Flugbewegungen angestrebt wird. Vielmehr geht es um die Modernisierung der Infrastruktur gemäß internationaler Standards der ICAO (International Civil Aviation Organization). Vergleichbare Systeme wurden bereits an anderen Schweizer Regionalflughäfen wie Lugano-Agno erfolgreich implementiert, um die Präzision in topografisch anspruchsvollem Gelände zu erhöhen.

Wirtschaftlich gesehen stärkt das neue Instrumentenanflugverfahren die Standortattraktivität von Bern-Belp für den Geschäftsreiseverkehr und regionale Linienverbindungen. Durch die höhere Präzision sinkt die Rate der wetterbedingten Umleitungen zu anderen Schweizer Flughäfen wie Zürich oder Basel. Die technische Umsetzung erforderte im Vorfeld umfangreiche Testflüge und Sicherheitsüberprüfungen durch das BAZL, um die Kompatibilität mit dem bestehenden Luftraummanagement im Nahbereich des Militärflugplatzes Payerne und des zivilen Luftraums sicherzustellen.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung