Das Marchfelder Schlösserreich erweitert sein touristisches Portfolio um ein spezifisches Veranstaltungsformat unter dem Titel „Mittwoch im Schlösserreich“. Ab Juni 2026 öffnen die Standorte Schloss Hof, Schloss Eckartsau und Schloss Orth an der Donau abwechselnd ihre Pforten für exklusive Themenführungen und Einblicke, die im regulären Individualbetrieb nicht zugänglich sind.
Das Konzept zielt darauf ab, durch spezialisierte Inhalte neue Besuchergruppen zu erschließen und die historische Substanz der Region durch ungewöhnliche Perspektiven und kulinarische Ergänzungen aufzuwerten. Die Programme sind auf die jeweiligen Profile der Häuser zugeschnitten und umfassen sowohl barocke Gartenkunst als auch kaiserliche Versorgungsgeschichte und regionale Zoologie.
In Schloss Hof steht die barocke Inszenierung im Vordergrund. Unter dem Titel „Blumenzier und Wasserspiele“ führt ein Darsteller in der Rolle des herrschaftlichen Hofgärtners durch die Sonderausstellung „Verspielte Symmetrie“. Der Fokus liegt hierbei auf der geometrischen Präzision der Gartenanlage des Prinzen Eugen sowie auf den historischen Hintergründen der höfischen Lebensführung. Im Gegensatz dazu widmet sich Schloss Eckartsau in den Sommermonaten dem Alltag hinter den Kulissen. Die Sonderführung „Kühl, wild, kaiserlich“ erschließt Räumlichkeiten wie den historischen Eiskeller, den Dachboden und ehemalige Dienstbotenquartiere. Den Abschluss bildet eine Verkostung von Wildspezialitäten und Waldbier im Schlosskeller, was die historische Bedeutung der Jagd für diesen Standort unterstreicht.
Das Nationalparkzentrum Schloss Orth an der Donau setzt hingegen auf eine Kombination aus Naturkunde und Regionalgeschichte. Ein Schwerpunkt bildet die Schaufütterung der Europäischen Sumpfschildkröte auf der sogenannten Schlossinsel, wobei die Biologie dieses im Nationalpark Donau-Auen heimischen Reptils erläutert wird. Ergänzend dazu finden monatliche Abendführungen statt, die sich auf Renaissance-Schätze und die lokale Historie konzentrieren. Diese Angebote richten sich insbesondere an Kleingruppen und historisch interessierte Gäste, die abseits der Hauptbesuchszeiten einen vertieften Zugang zur Architektur und Geschichte des Hauses suchen.
Das Marchfelder Schlösserreich ist ein Zusammenschluss bedeutender historischer Stätten im Osten Niederösterreichs, die eng mit der Geschichte der Habsburgermonarchie und der Kultivierung der Donaulandschaft verbunden sind. Die Region zwischen Wien und Bratislava nutzt solche Kooperationen verstärkt, um die Verweildauer der Gäste zu erhöhen und die Schlösser als vernetzte Kulturmarke zu positionieren. Die Termine für das neue Mittwochs-Format sind über die gesamte Saison bis Ende Oktober 2026 verteilt und erfordern teilweise eine Voranmeldung, um den exklusiven Charakter der Kleingruppenführungen zu gewährleisten.