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Notfallmaßnahmen im US-Luftverkehr: FAA kürzt Kapazität wegen anhaltendem Regierungsstillstand

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Die anhaltende Haushaltsblockade in Washington und der damit verbundene Regierungsstillstand führen nun zu direkten und spürbaren Einschränkungen im amerikanischen Flugverkehr. Angesichts zunehmender Personalengpässe und Überlastung der Fluglotsen kündigte die Federal Aviation Administration (FAA) am 5. November 2025 drastische Maßnahmen an.

Die Behörde wird ab dem Freitag, dem 7. November, die Flugkapazität in 40 stark frequentierten Flughafenmärkten um zehn Prozent reduzieren. Diese Notmaßnahme, die Tausende von Flügen betreffen wird, soll den Druck vom Luftverkehrskontrollsystem nehmen, da essenzielle Mitarbeiter seit Wochen ohne Bezahlung arbeiten. Die Entscheidung verdeutlicht die ernsten operativen und sicherheitstechnischen Herausforderungen, die der längste Regierungsstillstand in der Geschichte der Vereinigten Staaten für die kritische zivile Infrastruktur mit sich bringt.

Reduzierung der Flugfrequenz als direkte Folge der Krise

Die Ankündigung erfolgte durch Verkehrsminister Sean Duffy und FAA-Administrator Bryan Bedford bei einer Pressekonferenz. Die Reduzierung um zehn Prozent der geplanten Kapazität sei notwendig, um die Fluglotsen zu entlasten, so Bedford. Er betonte, das System operiere an Kapazitätsgrenzen, die unter den aktuellen Bedingungen nicht länger tragbar seien. Die FAA beaufsichtigt täglich über 44.000 Flüge, darunter kommerzielle Passagier-, Fracht- und Privatflugzeuge.

Die Maßnahme, die ab Freitag in Kraft treten soll, ist eine direkte Reaktion auf die Folgen des Regierungsstillstands, der sich am 36. Tag befindet. Fluglotsen und anderes FAA-Personal arbeiten seit dem 1. Oktober ohne reguläre Gehaltszahlungen. Diese Situation hat zu steigender Ermüdung, vermehrten Krankmeldungen und wachsenden Bedenken hinsichtlich der Betriebssicherheit geführt. Administrator Bedford räumte ein, dass die Behörde diese Realität nicht ignorieren könne.

Der immense Druck auf die Fluglotsen

Die Arbeitsbelastung der Fluglotsen, die eine Schlüsselrolle für die Sicherheit und Effizienz des Luftverkehrs spielen, hat durch den fehlenden Lohn und die damit verbundene Unsicherheit ein kritisches Niveau erreicht. Die National Air Traffic Controllers Association (nationale Vereinigung der Fluglotsen) berichtete, dass beinahe die Hälfte der 30 verkehrsreichsten Flughäfen des Landes bereits mit Personalmangel kämpft. Dies hat in diesen Gebieten zu Verspätungen geführt, die sich im Durchschnitt auf eine Stunde oder mehr belaufen.

Die finanzielle Notlage zwingt einige Fluglotsen Berichten zufolge, sich krankzumelden oder Nebenjobs anzunehmen, um ihre laufenden Haushaltsrechnungen zu begleichen. Diese Ausfälle verschärfen die bereits angespannte Personalsituation. Branchengruppen und Fluggesellschaften haben den Kongress nachdrücklich aufgefordert, den Stillstand zu beenden, da die Kombination aus langjährigem Personaldefizit und der aktuellen Finanzierungslücke das System an den Rand der Instabilität dränge. Es wird befürchtet, dass die erzwungene Reduzierung der Flugbewegungen die finanziell ohnehin unter Druck stehenden Fluggesellschaften und die Reisepläne von Millionen von Passagieren zusätzlich belastet.

Drohende Eskalation und Systeminstabilität

Die FAA hat bislang noch nicht bekannt gegeben, welche der 40 hochfrequentierten Flughafenmärkte von der Kapazitätskürzung betroffen sein werden. Die Behörde teilte mit, dass sie sich dazu in enger Abstimmung mit den Führungskräften der Fluggesellschaften befinde und in Kürze eine Liste der betroffenen Städte veröffentlichen werde.

Verkehrsminister Duffy warnte derweil davor, dass die jetzt getroffenen Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, falls die politische Blockade im Kongress nicht bald aufgelöst wird. Er stellte klar, dass die FAA möglicherweise zu noch drastischeren Schritten gezwungen sein könnte. „Sie werden massenhafte Flugverspätungen sehen, Sie werden massenhafte Annullierungen sehen“, prophezeite er gegenüber der Presse. Diese Einschätzung wird durch die Zusicherung von FAA-Administrator Bedford untermauert, der erklärte, dass weitere Beschränkungen folgen werden, sollte die Reduzierung um zehn Prozent nicht zur Stabilisierung des Betriebs ausreichen. Sollte sich der Druck auf das System auch nach diesen Maßnahmen weiter aufbauen, werde man zurückkommen und zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Die Luftfahrtindustrie blickt mit großer Sorge auf die Entwicklung, da die Sicherheit des Flugbetriebs und die wirtschaftliche Stabilität des Sektors untrennbar mit einem voll funktionsfähigen und gut besoldeten Luftverkehrskontrollsystem verbunden sind. Die jetzigen Einschnitte sind ein deutliches Signal, dass das System bereits in einen Notbetrieb übergegangen ist. Die anhaltende politische Pattsituation in Washington gefährdet somit nicht nur die Staatsfinanzen, sondern auch die grundlegende Funktionsfähigkeit der nationalen Transportinfrastruktur.

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