Ein Passagierflugzeug des Typs Fokker 50 hat am Montag auf dem Flughafen der somalischen Hafenstadt Bosaso im Teilstaat Puntland eine Notlandung durchgeführt.
Die zweimotorige Turboprop-Maschine befand sich auf einem Inlandsflug aus der Hauptstadt Mogadischu. Während des Anflugs auf den Zielflughafen am Golf von Aden trat eine technische Störung am Fahrwerk auf, woraufhin sich das Hauptfahrwerk nicht vollständig ausfahren oder verriegeln ließ. Die Flugbesatzung entschied sich daraufhin zu einer Bauchlandung und setzte das Flugzeug auf einem unbefestigten Sandstreifen neben der Landebahn innerhalb des Flughafengeländes auf.
Bei der Notlandung kamen nach offiziellen Angaben der örtlichen Luftfahrtbehörden und Rettungsdienste keine Insassen ums Leben. An Bord der Maschine befanden sich mehrere Passagiere sowie die Besatzung, die das Flugzeug nach dem Stillstand über die Notausgänge verlassen konnten. Es wurden lediglich leichte Verletzungen und Prellungen bei einzelnen Insassen gemeldet. Am Flugzeug selbst entstand erheblicher Sachschaden, insbesondere an der Unterseite des Rumpfes und den Propellern. Die örtliche Zivilluftfahrtbehörde hat eine Untersuchung eingeleitet, um die genaue Ursache für das Versagen des Fahrwerksmechanismus zu ermitteln.
Der Zwischenfall lenkt den Blick erneut auf die Flugsicherheit und das hohe Durchschnittsalter der in Somalia eingesetzten Verkehrsflugzeuge. Die Fokker 50, deren Produktion Ende der 1990er Jahre eingestellt wurde, kommt im regionalen Flugverkehr in Ostafrika weiterhin häufig zum Einsatz. Aufgrund schwieriger infrastruktureller Bedingungen und teils eingeschränkter Wartungskapazitäten an regionalen Flugplätzen stehen Fluggesellschaften im Horn von Afrika vor Herausforderungen bei der Instandhaltung älterer Flugzeugmuster. Bereits in den vergangenen Jahren kam es in der Region wiederholt zu Zwischenfällen durch technisches Versagen bei älteren Turboprop-Maschinen.
Der Flughafen Bosaso zählt zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten in der Region Puntland und fertigt neben nationalen Linienflügen auch Fracht- und Charterverkehr ab. Die temporäre Blockade der Landebahn und die Aufräumarbeiten führten kurzzeitig zu Beeinträchtigungen des Flugbetriebs. Die Behörden prüfen im Rahmen der Untersuchungen nun auch die Wartungsprotokolle und den technischen Zustand der verunglückten Maschine vor dem Abflug in Mogadischu.