(Foto: Flughafen Wien AG).
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Österreichische Gegenwartskunst als internationale Visitenkarte: Flughafen Wien setzt Ausstellungsreihe im VIP Terminal fort

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Der Flughafen Wien festigt seine Rolle als kultureller Botschafter und transformiert seinen exklusivsten Bereich erneut in eine Galerie für zeitgenössische Kunst. Am 25. Februar 2026 wurde im VIP Terminal die zweite Ausgabe des Formats VIP Terminal Art Lounge unter dem Titel Fly & Float feierlich eröffnet.

Die Ausstellung präsentiert Werke von vier renommierten österreichischen Künstlern und ist strategisch so platziert, dass sie ein internationales Publikum aus Diplomatie, Wirtschaft und Kultur erreicht. Kuratiert von Günther Oberhollenzer, zielt das Projekt darauf ab, die kreative Substanz des Landes an einem Ort hoher globaler Fluktuation sichtbar zu machen. Die Vorstände der Flughafen Wien AG, Julian Jäger und Günther Ofner, betonten bei der Vernissage die Bedeutung des Flughafens als erste und letzte Visitenkarte Österreichs. Das Konzept integriert Kunst nicht als bloßes Dekor, sondern als festen Bestandteil eines hochwertigen Reiseerlebnisses für rund 18.000 Passagiere jährlich. Mit der Eröffnung vor über 100 geladenen Gästen unterstreicht der Standort seine Ambition, exklusiven Service mit kulturellem Anspruch zu verbinden und österreichischen Positionen eine Plattform von weltweiter Relevanz zu bieten.

Künstlerische Positionen zwischen Abstraktion und Figuration

Die aktuelle Schau Fly & Float vereint vier markante Zugänge der österreichischen Kunstszene. Die Auswahl umfasst Arbeiten von Christian Bazant-Hegemark, Franziska Maderthaner, Thomas Riess und Martin Veigl. Die Werke bespielen den gesamten Bereich des Terminals, von den weitläufigen Foyers bis zu den intimen Salons. Christian Bazant-Hegemark nutzt in seinen Bildern oft eine Kombination aus zeichnerischen Elementen und malerischer Dichte, um komplexe psychologische Räume zu öffnen. Franziska Maderthaner hingegen ist bekannt für ihre virtuose Verschmelzung von abstrakten Farbschüttungen und klassischen, fast fotorealistischen Bildzitaten, was in der anspruchsvollen Umgebung der Art Lounge eine besondere Dynamik entfaltet.

Thomas Riess und Martin Veigl ergänzen das Quartett durch ihre Auseinandersetzung mit der menschlichen Wahrnehmung und dem urbanen Alltag. Riess arbeitet häufig mit Verfremdungseffekten, die seine Motive wie durch einen Schleier oder unter Wasser erscheinen lassen – eine Ästhetik, die hervorragend mit dem Ausstellungstitel korrespondiert. Martin Veigl fängt Momente der Bewegung und des Innehaltens ein, was in einem Transitraum wie einem Flughafenterminal eine unmittelbare Resonanz beim Betrachter erzeugt. Kurator Günther Oberhollenzer sieht in der Kurzfristigkeit der Begegnung zwischen Reisendem und Kunstwerk eine besondere Chance: Die Werke wirken als bewusste Setzungen in einem Raum, der von Ankunft und Abschied geprägt ist.

(Foto: Flughafen Wien AG).

Strategische Aufwertung des VIP-Segments

Hinter der kulturellen Initiative steht auch ein klares betriebswirtschaftliches Kalkül der Vienna Airport FBO, welche den VIP Terminal betreibt. Unter der Geschäftsführung von Alexandra Schellhorn und Christoph Schmidt wurde das Gebäude erst im Jahr 2024 einer umfassenden Neugestaltung unterzogen. Das Designkonzept Golden Heritage bildet den Rahmen für die nun installierte Kunst. In einem Marktumfeld, in dem Premium-Passagiere zunehmend nach individuellen und authentischen Erlebnissen suchen, bietet die Integration von Originalkunstwerken einen entscheidenden Differenzierungsfaktor gegenüber standardisierten Lounges anderer internationaler Hubs.

Der VIP Terminal steht allen Reisenden unabhängig von der Buchungsklasse offen, sofern sie den entsprechenden Service buchen. Dieser umfasst neben dem Aufenthalt in den sechs exklusiven Salons auch einen persönlichen Check-in, separate Sicherheitskontrollen und den Transfer zum Flugzeug mittels einer vollelektrischen Limousinenflotte. Durch die halbjährlich wechselnden Ausstellungen wird sichergestellt, dass auch regelmäßige Nutzer des Terminals immer wieder mit neuen Impulsen konfrontiert werden. Neben der temporären Schau Fly & Float sind zudem dauerhafte Installationen von Markus Redl und Christoph Palaschke in das architektonische Gesamtkonzept integriert, was die Beständigkeit des künstlerischen Engagements am Standort unterstreicht.

(Foto: Flughafen Wien AG).

Vernissage als Treffpunkt internationaler Entscheidungsträger

Die Eröffnung am Abend des 25. Februar zog ein hochkarätiges Publikum an. Unter den Gästen befanden sich neben Vertretern der Luftfahrtbranche auch prominente Figuren aus der österreichischen Wirtschaft und Kulturszene. Die Anwesenheit von Persönlichkeiten wie Gottfried Math von TUI Österreich oder Thomas Bene deutet darauf hin, dass die Art Lounge auch als Netzwerkknotenpunkt fungiert. Der Flughafen Wien nutzt solche Events, um seine Stellung als zentrales Infrastrukturprojekt und Wirtschaftsmotor der Ostregion zu festigen.

Die Bedeutung solcher Kooperationen zwischen Infrastrukturbetreibern und Kulturschaffenden nimmt global zu. Flughäfen wie jene in Singapur, Doha oder Paris investieren massiv in Kunst am Bau und wechselnde Ausstellungen, um die Aufenthaltsqualität zu steigern. Wien setzt hierbei spezifisch auf den nationalen Bezug. Die Sichtbarkeit österreichischer Künstler im internationalen Umfeld wird so direkt durch das Passagiervolumen des Flughafens gefördert. Für die Künstler bietet die Ausstellung im VIP Terminal den Zugang zu einer Zielgruppe, die oft über eine hohe Affinität zum Kunstmarkt verfügt, aber herkömmliche Galerien aus Zeitmangel seltener besucht.

(Foto: Flughafen Wien AG).

Logistik und Kuratierung im Hochsicherheitsbereich

Die Einrichtung einer Kunstausstellung in einem Flughafen stellt besondere Anforderungen an die Logistik und die Kuration. Da der VIP Terminal ein Hochsicherheitsbereich ist, unterliegen der Transport der Werke und der Aufbau strengen Kontrollen. Kurator Günther Oberhollenzer betonte die Herausforderung, die Werke so zu platzieren, dass sie einerseits eine eigenständige Wirkung entfalten und andererseits mit den funktionalen Anforderungen des Terminals harmonieren. Die Beleuchtung, die Laufwege der Passagiere und die Sichtachsen aus den Salons müssen in die Planung einbezogen werden.

Die Ausstellung Fly & Float wird bis Spätsommer 2026 zu sehen sein, bevor ein neues kuratiertes Format folgt. Die kontinuierliche Fortsetzung der VIP Terminal Art Lounge zeigt, dass sich der Flughafen Wien als langfristiger Partner der Kunstszene versteht. Die Verbindung von Reisekomfort auf höchstem Niveau mit der Vermittlung von Gegenwartskunst hat sich als tragfähiges Konzept erwiesen, das die Position des Wiener Standorts im internationalen Wettbewerb der Flughäfen stärkt. Es ist ein Beispiel für die Synergie von moderner Infrastruktur und kultureller Repräsentation, die weit über die reine Abwicklung von Flugbewegungen hinausgeht.

(Foto: Flughafen Wien AG).
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