Das österreichische Außenministerium hat eine großangelegte Evakuierungsaktion für Staatsbürger eingeleitet, die aufgrund der kriegerischen Eskalation im Nahen Osten in der Golfregion festsitzen. Nachdem am Mittwoch ein erster Charterflug der ägyptischen Sky Vision Airlines mit 151 Passagieren von Maskat über Kairo nach Wien gestartet ist, wird die Operation am heutigen Donnerstag, dem 5. März 2026, ausgeweitet.
In Kooperation mit Austrian Airlines sind zwei weitere Sonderflüge geplant, um die Kapazitäten für schutzbedürftige Personen deutlich zu erhöhen. Zum Einsatz kommen dabei ein Airbus A320neo für 165 Reisende aus dem Oman sowie eine Boeing 777, die 315 Plätze für Evakuierte aus Saudi-Arabien bietet.
Die logistische Durchführung der Rückholaktion ist hochkomplex und erfordert eine enge Abstimmung zwischen verschiedenen Ministerien und internationalen Partnern. Da der direkte Flugverkehr aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar aufgrund von Luftraumsperrungen weitgehend zum Erliegen gekommen ist, organisiert das Außenministerium unterstützte Buskonvois. Diese bringen die registrierten Österreicher auf dem Landweg von den Emiraten nach Maskat im Oman sowie von Katar ins saudi-arabische Riad. Bisher konnten bereits 117 besonders gefährdete Landsleute, darunter Familien mit Kindern und ältere Menschen, erfolgreich über diese Transitrouten sowie aus Israel via Jordanien in Sicherheit gebracht werden.
In der Zentrale in Wien sowie an den Botschaften vor Ort arbeiten Krisenteams des Außen- und Verteidigungsministeriums rund um die Uhr, um die Registrierungen abzugleichen und die Transportlogistik zu sichern. Die Nutzung der Boeing 777 der Austrian Airlines unterstreicht die Dringlichkeit der Maßnahme, da dieses Großraumflugzeug eine schnelle Rückführung einer signifikanten Anzahl an Personen ermöglicht. Parallel dazu wird die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Staaten intensiviert, um freie Plätze in befreundeten Evakuierungsmaschinen gegenseitig zur Verfügung zu stellen. Das Außenministerium betont, dass die Sicherheit der österreichischen Staatsbürger oberste Priorität hat und die Notfallhotline für Betroffene weiterhin permanent besetzt bleibt.
Branchenexperten weisen darauf hin, dass der Einsatz von Maschinen der nationalen Fluggesellschaft Austrian Airlines in Krisenzeiten eine bewährte Strategie darstellt, um operative Unabhängigkeit von Drittanbietern zu gewährleisten. Die Flugroute von Riad nach Wien-Schwechat gilt derzeit als einer der sichersten Korridore, um die instabilen Lufträume über dem Irak und dem Iran zu umgehen. Während die ersten Rückkehrer bereits in Wien eintreffen, bereiten die Behörden weitere Schritte vor, falls die Sicherheitslage eine Fortsetzung der Luftbrücke über das Wochenende hinaus erforderlich macht. Die Kosten für die Sonderflüge werden im Rahmen der konsularischen Bestimmungen mit den Reisenden abgerechnet.