Der Flughafen Brüssel hat für den Monat April 2026 eine positive Bilanz vorgelegt. Mit insgesamt 2.203.773 Fluggästen verzeichnete der wichtigste belgische Airport einen Zuwachs von 3,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Dieser Anstieg ist primär auf die starke Nachfrage während der Osterferien in den flämischen und französischsprachigen Landesteilen zurückzuführen. Das Ferienaufkommen konnte damit die anhaltenden operativen Einbußen durch die Instabilität im Nahen Osten kompensieren. Aufgrund der Aussetzung von Flugverbindungen nach Tel Aviv und Doha sowie reduzierter Frequenzen nach Dubai und Abu Dhabi büßte der Flughafen im April schätzungsweise 50.000 Passagiere ein.
Trotz der regionalen Einschränkungen im Flugplan baute der Flughafen Brüssel sein europäisches Streckennetz weiter aus. Neu hinzugekommen ist eine viermal wöchentlich bediente Verbindung der LOT Polish Airlines nach Danzig. Zu den gefragtesten Reisezielen im April gehörten klassische Feriendestinationen wie Spanien, Italien, die Türkei und Marokko, aber auch Langstreckenziele in die USA. Ein deutlicher Trend zeichnet sich beim Transferverkehr ab: Der Anteil der Umsteigepassagiere stieg auf 12 % des Gesamtaufkommens, wobei insbesondere Verbindungen zwischen Nordamerika, Europa und Afrika stark frequentiert wurden. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen erhöhte sich leicht auf 151 Passagiere pro Flug.
Im Bereich der Luftfracht meldete der Flughafen ein signifikantes Wachstum. Das Gesamtvolumen stieg um 6,2 % auf fast 74.000 Tonnen. Besonders hervorzuheben ist das reine Frachtfluggeschäft, das ein Plus von 23,5 % verbuchte, getrieben durch eine hohe Nachfrage auf den Routen von und nach Asien. Während die Beiladefracht in Passagiermaschinen aufgrund der gestrichenen Nahost-Flüge um 8 % zurückging, legte der Expressversand sowie der Lkw-Ersatzverkehr deutlich zu. Die Anzahl der kommerziellen Flugbewegungen stieg insgesamt um 3 %, wobei Frachtflüge mit einem Zuwachs von 5,4 % überdurchschnittlich zum Gesamtergebnis beitrugen.
Branchenexperten werten diese Zahlen als Zeichen einer robusten Erholung des belgischen Luftverkehrsmarktes. Die Fähigkeit des Flughafens, geopolitische Ausfälle durch eine Diversifizierung des Streckennetzes und ein starkes Frachtgeschäft abzufangen, unterstreicht die Bedeutung des Standorts als europäisches Drehkreuz. Für die kommenden Sommermonate wird mit einer weiteren Stabilisierung gerechnet, sofern die Kapazitäten bei den Bodenabfertigungsdiensten mit dem steigenden Passagieraufkommen Schritt halten können. Die Investitionen in die Frachtinfrastruktur scheinen sich angesichts der Verschiebungen im globalen Warenverkehr bereits jetzt auszuzahlen.