Die türkische Fluggesellschaft Pegasus Airlines hat angekündigt, ab Juni 2026 den regelmäßigen Flugbetrieb in die syrischen Metropolen Aleppo und Damaskus wieder aufzunehmen. Als Basis für diese Verbindungen dient der Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen.
Den Auftakt macht die Route nach Aleppo am 2. Juni, die künftig dreimal wöchentlich bedient wird. Nur einen Tag später, am 3. Juni, folgt die Aufnahme der Verbindung nach Damaskus, für die wöchentlich vier Flugrotationen eingeplant sind. Für beide Strecken setzt das Unternehmen Maschinen vom Typ Boeing 737-800 ein, die über eine Kapazität von bis zu 189 Sitzplätzen verfügen.
Diese strategische Entscheidung markiert einen Wendepunkt in der regionalen Luftfahrtpolitik, da der Linienverkehr zwischen der Türkei und Syrien aufgrund politischer Spannungen über Jahre hinweg fast vollständig zum Erliegen gekommen war. Die Wiederaufnahme erfolgt in einer Phase, in der die Türkei verstärkt diplomatische Kanäle in die Nachbarregion prüft und das wirtschaftliche Interesse an einer stabilen Verkehrsinfrastruktur wächst. Marktanalysten weisen darauf hin, dass insbesondere die Nachfrage durch Familienzusammenführungen sowie Geschäftsreisende aus dem Baugewerbe und dem Handel das Potenzial dieser Routen untermauern. Die Sicherheitslage an den Flughäfen in Damaskus und Aleppo wird dabei kontinuierlich durch die türkischen Luftfahrtbehörden überwacht, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten.
Zusätzliche Daten aus Branchenkreisen verdeutlichen, dass Pegasus Airlines mit diesem Schritt eine Vorreiterrolle unter den privaten Carriern einnimmt. Während die staatliche Turkish Airlines viele Destinationen über das Hauptdrehkreuz bedient, konzentriert sich Pegasus auf preissensible Kundengruppen am Sabiha Gökçen Airport. Die Flugzeiten sind so getaktet, dass Anschlüsse aus europäischen Metropolen wie Berlin, London oder Wien nach Syrien mit vertretbaren Wartezeiten möglich sind. Dies zielt primär auf die große syrische Diaspora in Europa ab, die bislang oft auf langwierige Landwege oder teure Charterflüge angewiesen war. Die Boeing 737-800 bietet auf diesen Mittelstreckenflügen eine kosteneffiziente Lösung für den Betreiber.
Die logistische Vorbereitung in Damaskus und Aleppo wurde in den vergangenen Monaten intensiviert. Lokale Abfertigungsgesellschaften haben ihre Kapazitäten hochgefahren, um die regelmäßigen Landungen der türkischen Airline zu unterstützen. Trotz der komplexen geopolitischen Rahmenbedingungen im Nahen Osten zeigt sich die Luftfahrtbranche resilient und setzt auf eine Normalisierung der Verkehrsströme. Experten erwarten, dass bei einer stabilen Buchungslage und ruhigen Sicherheitslage weitere Frequenzen folgen könnten. Pegasus Airlines festigt damit seine Position als führender Low-Cost-Anbieter für Verbindungen zwischen Europa und dem Nahen Osten.