Streik (Foto: Markus Spiske/Unsplash).
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Pilotenstreik im Cockpit: Barrikade am Flughafen Mexiko-Stadt

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Ein Pilot der mexikanischen Chartergesellschaft MagniCharters hat am Freitag für einen außergewöhnlichen Zwischenfall am internationalen Flughafen Benito Juárez (MEX) in Mexiko-Stadt gesorgt. Unmittelbar vor dem geplanten Abflug verbarrikadierte sich der Flugzeugführer im Cockpit einer Boeing 737 und weigerte sich, die Maschine zu starten.

Zuvor nutzte er die Bordansage, um die Passagiere über seine Beweggründe zu informieren. Er behauptete lautstark, seit fünf Monaten kein Gehalt mehr erhalten zu haben, und forderte die sofortige Begleichung seiner ausstehenden Bezüge. Die Situation eskalierte Berichten zufolge, nachdem der Pilot kurz vor dem Flug über seine Entlassung informiert worden war und daraufhin beschloss, das Flugzeug als Druckmittel für seine Abschlusszahlung zu nutzen.

Die dramatischen Szenen wurden von zahlreichen Passagieren gefilmt und in sozialen Netzwerken verbreitet. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Pilot über das Intercom-System seine Frustration über die finanzielle Lage der Fluggesellschaft ausdrückt, bevor er die Cockpittür verriegelte. Aufgrund der potenziellen Gefahrenlage und der Blockade des Flugzeugs wurden Spezialeinheiten der mexikanischen Marine sowie Bundesbehörden hinzugezogen. Nach intensiven Verhandlungen gelang es den Sicherheitskräften, den Mann zur Aufgabe zu bewegen und ihn ohne körperliche Gewalt aus dem Flugzeug zu entfernen. Der betroffene Flug UJ780 musste gestrichen werden, was zu erheblichen Unannehmlichkeiten für die Fluggäste führte.

Zusätzliche Recherchen zur wirtschaftlichen Situation von MagniCharters, die offiziell unter dem Namen Grupo Aéreo Monterrey firmiert, deuten auf langanhaltende finanzielle Schwierigkeiten hin. Die Fluggesellschaft betreibt eine kleine Flotte von über 30 Jahre alten Boeing 737-300, die einen hohen Wartungsaufwand erfordern. In der Vergangenheit gab es bereits mehrfach Berichte über verzögerte Zahlungen an Gläubiger und angespannte Arbeitsbeziehungen. Während MagniCharters primär touristische Routen nach Cancún bedient, steht das Unternehmen im harten Wettbewerb mit größeren Anbietern wie Aeroméxico oder den Günstigfliegern Viva Aerobus und Volaris. Der aktuelle Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die prekären Arbeitsbedingungen bei kleineren Charteranbietern in der Region. Branchenexperten warnen, dass solche Verzweiflungstaten von Besatzungsmitgliedern ein erhebliches Sicherheitsrisiko im Luftverkehr darstellen können. Die psychische Belastung durch monatelange Gehaltsausfälle kann die Flugtauglichkeit massiv beeinträchtigen. Die mexikanischen Luftfahrtbehörden haben eine Untersuchung eingeleitet, um die Rechtmäßigkeit der Forderungen des Piloten sowie die Sicherheitsabläufe bei der Airline zu prüfen. MagniCharters, die 1994 gegründet wurde und eng mit dem Reisebüro Magnitur verknüpft ist, drohen nun empfindliche Strafen und ein weiterer Imageverlust auf dem hart umkämpften mexikanischen Inlandsmarkt.

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