Eine Angehörige der polnischen Militärgendarmerie hat durch ihr entschlossenes Eingreifen an Bord eines Verkehrsflugzeugs den Tod eines zehnjährigen Jungen verhindert. Während eines Fluges der Fluggesellschaft SkyUp Airlines begann das Kind plötzlich zu würgen und verlor kurz darauf das Bewusstsein, da seine Atmung aussetzte.
Unter den Passagieren und der Besatzung brach Panik aus, als der Ernst der Lage deutlich wurde. Die Soldatin, die lediglich unter ihrem Vornamen Klaudia identifiziert wurde und sich privat auf dem Weg in den Urlaub befand, erkannte die lebensbedrohliche Situation sofort und übernahm die medizinische Notfallversorgung.
Nach Berichten der polnischen Militärpolizei entfernte die Frau fachgerecht ein Hindernis aus den Atemwegen des Jungen und leitete unmittelbar eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ein. Nach etwa fünf Minuten intensiver Ersten Hilfe erlangte das Kind seine Vitalfunktionen zurück. Die Leitung der Militärgendarmerie würdigte die Professionalität ihrer Mitarbeiterin, die der Zweiten Direktion angehört. Oberst Tomasz Kazjer, Oberbefehlshaber der Militärpolizei, lobte die Kaltblütigkeit der Soldatin und zeichnete sie für ihren Einsatz unter hohem psychischem Druck mit einer finanziellen Prämie aus.
Die betroffene Fluggesellschaft SkyUp Airlines reagierte ebenfalls mit einer offiziellen Danksagung und hob hervor, dass Klaudias schnelles Handeln den Eltern des Jungen in diesem traumatischen Moment Sicherheit und Beistand gegeben habe. Branchenübliche Protokolle sehen für solche Notfälle eigentlich die Schulung des Kabinenpersonals vor, doch die Anwesenheit medizinisch geschulter Fachkräfte oder Ersthelfer aus Sicherheitsorganen erweist sich in der Praxis oft als entscheidender Zeitvorteil. Die Soldatin befindet sich derzeit in einer medizinischen Ausbildung, was ihr souveränes Vorgehen bei der Reanimation zusätzlich erklärt.
Der Vorfall unterstreicht die Bedeutung von Erster Hilfe in der zivilen Luftfahrt, wo professionelle medizinische Ausrüstung oft nur begrenzt zur Verfügung steht und Hilfe von außen erst nach einer Notlandung möglich ist. Über den aktuellen Gesundheitszustand des Jungen wurden aus Gründen des Datenschutzes keine weiteren Details veröffentlicht, Behördenvertreter bestätigten jedoch sein Überleben. Die Fluggesellschaft betonte in ihrem Statement, dass die Werte und die Verantwortung, die Klaudia bereits während ihres Studiums und ihres Militärdienstes demonstriert habe, ein Vorbild für die gesamte Luftfahrtbranche seien.