Die Kärntner Privatbrauerei Hirt begeht im Jahr 2026 ein bedeutendes historisches Jubiläum. Während die Braustätte selbst auf eine über 755-jährige Geschichte bis ins Jahr 1270 zurückblickt, befindet sich das Unternehmen seit nunmehr 180 Jahren durchgehend im Besitz der Familie.
Seit dem Jahr 1846 prägen familiäre Kontinuität und Unabhängigkeit von internationalen Braukonzernen die strategische Ausrichtung des Betriebs. In einer Branche, die zunehmend von Konsolidierungen und globalen Strukturen dominiert wird, hebt sich das Unternehmen durch langfristige Entscheidungszyklen und eine tiefe Verwurzelung am Standort Hirt hervor.
Die Leitung der Brauerei liegt heute in den Händen der Eigentümer und Geschäftsführer Niki Riegler und Klaus Möller. Ein entscheidender Wendepunkt in der jüngeren Unternehmensgeschichte war die Ära von Astrid Matchett-Krenn, die ab 1990 die Geschäftsführung übernahm und die Internationalisierung vorantrieb. Unter ihrer Führung wurden Exportmärkte in Italien, Kroatien, Slowenien und den USA erschlossen. Diese globale Präsenz ergänzt das regionale Standbein, wobei die Brauerei weiterhin als wichtiger Wirtschaftsfaktor in Kärnten fungiert und die Wertschöpfung durch Kooperationen mit regionalen Landwirten für den Rohstoffbezug im Land hält.
Das Produktsortiment hat sich über die Jahrzehnte kontinuierlich erweitert und umfasst aktuell 15 verschiedene Biersorten. Technisch setzt die Brauerei auf eine Kombination aus traditionellen Brauverfahren und moderner Infrastruktur. Ein wesentliches Merkmal der Produktionsphilosophie ist die ausgedehnte Lager- und Reifezeit der Biere, die als zentrales Qualitätsversprechen gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel und der Gastronomie dient. Investitionen in den Standort und die Modernisierung der Abfüllanlagen stellen sicher, dass der Betrieb den Anforderungen des Marktes gerecht wird, ohne den handwerklichen Charakter der Erzeugnisse zu verlieren.
Neben der Braukunst umfasst die Unternehmensstruktur der Privatbrauerei Hirt traditionell auch landwirtschaftliche Flächen und gastronomische Betriebe. Diese Diversifizierung ermöglicht eine geschlossene Wertschöpfungskette und stärkt die Unabhängigkeit des Familienbetriebs. Für die Zukunft plant die Geschäftsführung weitere Investitionen in die Betriebsstätte und die Sicherung der Arbeitsplätze vor Ort. Das Jubiläumsjahr 2026 dient dem Unternehmen somit nicht nur als Rückblick auf eine lange Tradition, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Festigung seiner Rolle als eigenständiger Akteur in der österreichischen Wirtschaftskultur.