Airbus A350-900 (Foto: Steffen Lorenz).
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Qatar Airways schließt Vereinbarung über drei Großraumflugzeuge mit Boc Aviation ab

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Die staatliche Fluggesellschaft Qatar Airways hat eine Vereinbarung über den Verkauf und das anschließende Zurückleasen von drei Großraumflugzeugen des Typs Airbus A350-1000 mit dem in Singapur ansässigen Leasingunternehmen Boc Aviation unterzeichnet. Wie das Finanzinstitut Ende Juni 2026 mitteilte, handelt es sich bei den Verträgen um langfristige Operating-Leasingvereinbarungen.

Das Geschäft betrifft Maschinen, die sich bereits im aktiven Dienst der Fluggesellschaft befinden und somit nachträglich in die neue Finanzierungsstruktur überführt werden. Durch diese Transaktion setzt die Fluggesellschaft ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem asiatischen Finanzdienstleister fort, die bis in das Jahr 1999 zurückreicht und bereits mehrere ähnliche Abkommen umfasst. Zweck solcher Vereinbarungen ist in der Regel die kurzfristige Erhöhung der Liquidität des Betreibers durch die Freisetzung von im Anlagevermögen gebundenem Kapital, während das Leasingunternehmen von planbaren, langfristigen Mieteinnahmen profitiert.

Die Struktur von Kauf- und Rückmietgeschäften im internationalen Luftverkehr

Das gewählte Modell des Verkaufs und des anschließenden Zurückleasens, in der Fachsprache als Sale-and-Leaseback bezeichnet, gehört zu den etablierten Finanzierungsinstrumenten im zivilen Luftverkehr. Bei diesem Verfahren veräußert eine Fluggesellschaft im Eigenbesitz befindliche Flugzeuge an eine Bank oder eine Leasinggesellschaft und mietet dieselben Objekte unmittelbar im Anschluss für einen vertraglich definierten Zeitraum zurück. Für den Betreiber ändert sich am täglichen Flugbetrieb nichts, da die Maschinen in den eigenen Farben und mit der bestehenden Besatzung weitergenutzt werden.

Der wesentliche Vorteil für das Luftfahrtunternehmen liegt im sofortigen Zufluss von liquiden Mitteln, die für den Abbau von Verbindlichkeiten, anstehende Investitionen in andere Bereiche oder zur Stärkung der Barreserven genutzt werden können. Zudem geht das Restwertrisiko der Flugzeuge, das durch technologische Weiterentwicklungen oder Marktveränderungen entstehen kann, auf den neuen Eigentümer über. Das Leasingunternehmen wiederum, in diesem Fall Boc Aviation, investiert seine Liquidität in werthaltige, bereits einsatzbereite Wirtschaftsgüter, die durch den bestehenden Betrieb bei einer bonitätsstarken Fluggesellschaft ein vergleichsweise geringes Ausfallrisiko aufweisen.

Historische Entwicklung der Partnerschaft zwischen Riad und Singapur

Die vertragliche Beziehung zwischen Qatar Airways und Boc Aviation besteht seit mehr als zwei Jahrzehnten. Bereits im Jahr 2016 unterzeichneten die beiden Unternehmen eine Vereinbarung über sechs fabrikneue Airbus A350-Großraumflugzeuge. Diese Zusammenarbeit wurde im Jahr 2019 durch ein weiteres Abkommen über drei zusätzliche Maschinen desselben Typs ergänzt. Die aktuelle Transaktion markiert jedoch das erste Mal, dass Langstreckenflugzeuge der größeren Variante A350-1000 Gegenstand eines Vertrages zwischen diesen beiden Parteien sind.

Boc Aviation hatte sich im Vorfeld nach eigenen Angaben gezielt durch finanzielle Transaktionen auf dem Kapitalmarkt auf Geschäfte dieser Größenordnung vorbereitet, um bei entsprechenden Gelegenheiten im Segment der Premium-Fluggesellschaften handlungsfähig zu sein. Neben Boc Aviation nutzt Qatar Airways auch andere internationale Partner zur Diversifizierung ihrer Flottenfinanzierung. In der Vergangenheit wurden ähnliche Verträge mit dem irischen Mitbewerber Avolon abgeschlossen, die den Verkauf und das Zurückleasen von fünf Einheiten des Typs Airbus A350-1000 regelten.

Flottenzusammensetzung und operative Kapazitäten der Fluggesellschaft

Die Flottenpolitik von Qatar Airways im Bereich der Großraumflugzeuge stützt sich maßgeblich auf die modernen zweistrahligen Muster von Airbus und Boeing. Nach aktuellen Branchendaten betreibt die Fluggesellschaft gegenwärtig eine aktive Flotte von 28 Airbus A350-1000. Hinzu kommen Verträge über die Auslieferung von 14 weiteren Maschinen dieses Typs, die in den kommenden Jahren schrittweise die älteren Großraumflugzeuge in der Flotte ersetzen sollen.

Die A350-1000 ist die längere Variante der A350-Familie und bietet je nach Konfiguration Platz für weit über dreihundert Passagiere. Mit ihrer Reichweite von bis zu 8.700 nautischen Meilen wird sie auf den aufkommensstarken Langstreckenverbindungen nach Nordamerika, Europa und Australien eingesetzt. Die Konsolidierung dieser Teilflotte über verschiedene Finanzierungswege erlaubt es der Fluggesellschaft, flexibel auf zyklische Schwankungen im weltweiten Luftverkehrsmarkt zu reagieren und die Bilanzstruktur an die Vorgaben der staatlichen Eigentümer anzupassen.

Wirtschaftliche Aspekte und Marktkontext der Transaktion

Der weltweite Markt für Flugzeugleasing hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, da immer mehr Fluggesellschaften den reinen Eigenbesitz von Fluggeräten zugunsten flexiblerer Mietmodelle reduzieren. Das Operating-Leasing ermöglicht es den Fluggesellschaften, ihre Flottengröße schneller an veränderte Marktbedingungen anzupassen, da Verträge nach Ablauf der Laufzeit beendet oder verlängert werden können, ohne dass das Unternehmen gebrauchte Flugzeuge auf dem Sekundärmarkt veräußern muss.

Für die Leasinggesellschaften bietet das aktuelle Marktumfeld, das durch Lieferverzögerungen bei den Herstellern Airbus und Boeing geprägt ist, eine solide Basis. Da fabrikneue Großraumflugzeuge aufgrund von Engpässen in den Lieferketten nur verzögert ausgeliefert werden, steigt der Wert von bereits im Dienst befindlichen, modernen Maschinen. Ein Sale-and-Leaseback-Geschäft mit bereits gelieferten Flugzeugen, wie es nun zwischen Qatar Airways und Boc Aviation vollzogen wurde, sichert dem Finanzdienstleister somit den Zugriff auf begehrte und sofort einsatzbereite Vermögenswerte, während die Fluggesellschaft ihre Liquiditätsposition in einer wettbewerbsintensiven Phase optimiert.

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