Die staatliche Fluggesellschaft Qatar Airways hat die Wiederaufnahme ihrer Flugverbindung in die australische Hauptstadt Canberra verschoben. Wie aus dem aktualisierten Flugplan des Unternehmens hervorgeht, wird die Route von Doha über Melbourne nach Canberra nun erst am 8. Dezember 2026 reaktiviert.
Die Verbindung soll viermal wöchentlich mit einem Großraumflugzeug des Typs Boeing 777-300ER bedient werden. Ursprünglich war ein früherer Starttermin vorgesehen, um die Hauptreisezeit auf der Südhalbkugel besser abzudecken.
Unverändert bleiben die Planungen für die übrigen Destinationen im kommenden Winterflugplan 2026/27. Die Fluggesellschaft bedient weiterhin täglich die Route von Doha nach Adelaide mit einem direkten Weiterflug nach Auckland in Neuseeland. Darüber hinaus führt das Unternehmen tägliche Nonstop-Verbindungen zu den australischen Metropolen Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney durch. Durch diese Frequenzen versucht die Fluglinie aus dem Nahen Osten, ihre Marktanteile im eurasischen Transferverkehr zu sichern.
Luftfahrtexperten betrachten die operativen Verschiebungen bei Australien-Flügen im Kontext anhaltender Kapazitätsengpässe und politischer Rahmenbedingungen. Qatar Airways stand in Australien wiederholt in der Kritik und stieß auf regulatorischen Widerstand der dortigen Bundesregierung, als es um die Genehmigung zusätzlicher Verkehrsrechte zu den kontinentalen Hauptdrehkreuzen ging. Das Bedienen von politischen Zentren wie Canberra über sogenannte Weiterflüge nach einem ersten Zwischenstopp gilt in der Branche als bewährte Methode, um bestehende bilaterale Abkommen trotz strenger Kontingente auszunutzen.
Zudem leidet die internationale Luftfahrtbranche unter erheblichen Lieferverzögerungen beim Hersteller Boeing sowie unter Triebwerksproblemen bei Langstreckenflotten, was Fluggesellschaften weltweit zu kurzfristigen Flugplanänderungen zwingt. Da der Einsatz einer Boeing 777-300ER auf Langstrecken mit hohen operationellen Kosten verbunden ist, müssen die Auslastungszahlen auf dem Teilstück zwischen Melbourne und Canberra exakt kalkuliert werden. Kritische Marktbeobachter bezweifeln, ob die Nachfrage nach Flügen in die australische Hauptstadt abseits von Regierungs- und Diplomatenverkehr dauerhaft ausreicht, um den Betrieb eines solchen Flugzeugtyps auf diesem Streckenabschnitt wirtschaftlich rentabel zu gestalten.