Airbus A320neo (Foto: Airbus).
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Qualitätsmängel bei Zulieferer zwingen Airbus zur Korrektur der Jahresziele

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Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus sieht sich mit erheblichen Qualitätsproblemen bei Rumpfbauteilen konfrontiert, die weitreichende Auswirkungen auf die Produktionszahlen des Jahres 2025 haben. Ursache sind Abweichungen bei Rumpfpanelen für die Modellreihen A320neo und A321neo, die vom spanischen Zulieferbetrieb Sofitec Aero mit Sitz in Sevilla gefertigt wurden.

Berichten zufolge entsprechen die gelieferten Teile in Bezug auf Materialstärke und Herstellertoleranzen nicht den strengen Vorgaben des Konzerns. Infolgedessen musste Airbus sein ursprüngliches Auslieferungsziel für das laufende Jahr von 820 auf 790 Flugzeuge reduzieren. Der Hersteller betonte jedoch, dass trotz der Abweichungen kein unmittelbares Sicherheitsproblem für den aktiven Flugbetrieb bestehe.

Die Dimension des Problems ist beachtlich, da insgesamt 168 bereits an Kunden ausgelieferte Maschinen einer Überprüfung unterzogen werden müssen. Zudem sind Panele für rund 460 weitere Flugzeuge betroffen, die sich derzeit noch in verschiedenen Stadien der Endmontage befinden. Airbus hat eine Task Force ins Leben gerufen und eigene Mitarbeiter direkt in das spanische Werk entsendet, um die Qualitätskontrollen vor Ort zu verschärfen und die Produktionsrückstände abzufangen. Ziel des Konzerns ist es, die Fehlmengen bis Anfang 2026 vollständig auszugleichen und die Lieferketten wieder zu stabilisieren.

Zusätzlich zu den technischen Mängeln belasten Berichte über interne Missstände beim Zulieferer die Situation. Eine lokale Gewerkschaft informierte Airbus über mutmaßliche Unregelmäßigkeiten im Fertigungsprozess bei Sofitec Aero. Zu den Vorwürfen gehören die nachträgliche Manipulation von Datumsangaben in Produktionsprotokollen sowie die Verwendung von abgelaufenen Dichtmitteln und Farben. Auch nicht autorisierte Reparaturen an Bauteilen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) stehen im Raum. Airbus untersucht diese Hinweise derzeit intensiv, um sicherzustellen, dass sämtliche Sicherheits- und Qualitätsnormen der Luftfahrtbehörden eingehalten werden.

Die wirtschaftlichen Folgen für den Konzern sind spürbar, da die verzögerten Auslieferungen die Bilanz des vierten Quartals belasten. Für die betroffenen Fluggesellschaften bedeuten die Inspektionen und Lieferverzögerungen eine logistische Herausforderung in der Flottenplanung. Airbus reagierte auf die Krise mit einer Anpassung des Arbeitspensums für das kommende Frühjahr, um den entstandenen Rückstand durch Sonderschichten und optimierte Prüfverfahren zügig abzuarbeiten. Branchenexperten beobachten nun genau, ob die eingeleiteten Maßnahmen ausreichen, um das Vertrauen der Kunden in die Liefertreue der A320-Familie langfristig zu sichern.

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