Il-62M (Foto: Anna Zvereva).
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Rada Airlines holt weitere Il-62M aus dem Long-Time-Storage zurück

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In der weißrussischen Luftfahrt zeichnet sich eine ungewöhnliche technische Entwicklung ab: Die Frachtfluggesellschaft Rada Airlines hat am Flughafen Witebsk mit Arbeiten zur Reaktivierung einer Iljuschin Il-62M begonnen.

Das Flugzeug mit der Registrierung EW-564TR befand sich seit August 2021 im Langzeitlager und soll nun nach mehrjährigen Standzeiten wieder in den aktiven Flugdienst zurückkehren. Die Maschine weist eine markante Lackierung auf, die auf ihre Vergangenheit im Dienst der Regierung von Gambia zurückzuführen ist. Ursprünglich wurde dieser Jet im Jahr 1993 fertiggestellt und gehört damit zu den spätesten produzierten Exemplaren dieses ikonischen sowjetischen Langstreckenmusters.

Die Entscheidung von Rada Airlines, das vierstrahlige Flugzeug wieder flugfähig zu machen, ist vor dem Hintergrund des aktuellen Mangels an verfügbaren Frachtkapazitäten und Ersatzteilen im osteuropäischen Raum zu sehen. Während westliche Sanktionen den Zugang zu modernen Boeing- oder Airbus-Flugzeugen erschweren, setzen spezialisierte Frachtbetreiber zunehmend auf bewährtes sowjetisches Gerät, für das regionale Wartungskapazitäten vorhanden sind. Die Il-62M zeichnet sich durch ihre robusten Flugeigenschaften und die Fähigkeit aus, schwere Lasten über weite Distanzen zu transportieren, auch wenn sie aufgrund ihrer Triebwerkstechnologie und Lärmentwicklung auf vielen westlichen Flughäfen Beschränkungen unterliegt.

Weltweit gilt die Iljuschin Il-62 heute als absolute Rarität am Himmel. Neben den russischen Staatsstrukturen und der nordkoreanischen Air Koryo ist Rada Airlines einer der letzten kommerziellen Betreiber dieses Typs. Die Reaktivierung am Standort Witebsk umfasst laut Brancheninsidern eine gründliche Überprüfung der Zelle, der Triebwerke vom Typ Solowjow D-30KU sowie der Avioniksysteme. Ziel der Maßnahme ist es, die Kapazitäten der eigenen Flotte zu erweitern, anstatt das Flugzeug an Drittparteien zu veräußern. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung der Maschine für den belarussischen Frachtsektor, der auf Nischenmärkte in Asien und Afrika spezialisiert ist.

Die Arbeiten in Witebsk werden von spezialisierten Technikern durchgeführt, die über die notwendige Expertise für dieses komplexe Baumuster verfügen. Da die Produktion der Il-62 bereits vor Jahrzehnten eingestellt wurde, stellt die Instandhaltung eine erhebliche logistische Herausforderung dar, insbesondere bei der Beschaffung von zertifizierten Bauteilen. Dennoch scheint der wirtschaftliche Nutzen des hohen Frachtvolumens die Betriebskosten zu rechtfertigen. Die Rückkehr der EW-564TR in den Luftraum wird in Fachkreisen mit großem Interesse verfolgt, da sie das Fortbestehen eines der letzten Kapitel der klassischen sowjetischen Jet-Ära markiert.

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