Das Genuss-Festival im Wiener Stadtpark hat am vergangenen Muttertagswochenende einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Rund 150.000 Gäste besuchten die dreitägige Veranstaltung, bei der über 100 landwirtschaftliche Betriebe, Manufakturen und Gastronomen ihre Erzeugnisse präsentierten.
Im Fokus der zehnten Auflage des Festivals stand die Vielfalt regionaler Lebensmittel aus allen neun Bundesländern. Organisiert wurde die Großveranstaltung vom Netzwerk Kulinarik in enger Kooperation mit der Stadt Wien und der AMA-Marketing, um die heimische Agrarwirtschaft und die handwerkliche Lebensmittelproduktion im urbanen Raum sichtbar zu machen.
Die teilnehmenden Aussteller unterliegen den strengen Richtlinien des Gütesiegels AMA Genuss Region, das eine transparente Herkunftskennzeichnung sowie regelmäßige externe Qualitätskontrollen vorschreibt. Mittlerweile sind österreichweit rund 4.000 Betriebe, davon etwa 1.300 Gastronomiebetriebe, nach diesem Standard zertifiziert. Laut den Veranstaltern zeigt der enorme Zuspruch im Wiener Stadtpark, dass das Vertrauen der Konsumenten in geprüfte Lebensmittelqualität und die direkte Kommunikation mit den Produzenten wesentliche Faktoren für die Kaufentscheidung im Einzelhandel und den Restaurantbesuch darstellen. Neben klassischen Fleisch- und Käseprodukten wurden vermehrt auch Nischenprodukte wie Alpenkaviar, Weinviertler Erdnüsse und spezielle Speiseschnecken aus lokaler Zucht präsentiert.
Die Struktur des Festivals war in thematische Bereiche wie „Wald und Wiese“, „Erde“, „Wasser“ und „Spezialitäten“ unterteilt, um den Besuchern eine gezielte Orientierung durch das breite Angebot zu ermöglichen. Ergänzend zur Verkostung boten verschiedene Stationen Einblicke in handwerkliche Verarbeitungstechniken, etwa das Mahlen von Getreide. Branchenvertreter wie Christina Mutenthaler-Sipek und Lorenz Mayr von der AMA-Marketing betonten die wirtschaftliche Bedeutung solcher Veranstaltungen für die regionale Wertschöpfung. Das Festival dient dabei nicht nur als Verkaufsplattform, sondern auch als Netzwerk-Treffpunkt zwischen ländlichen Erzeugern und der städtischen Bevölkerung sowie der Gastronomie.
Durch die freiwillige Herkunftskennzeichnung der zertifizierten Betriebe wird eine Rückverfolgbarkeit bis zum landwirtschaftlichen Ursprung garantiert. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Marktentwicklung relevant, da Verbraucher vermehrt Transparenz über die Herkunft ihrer Lebensmittel einfordern. Das Genuss-Festival hat sich damit fest als bedeutendste Kulinarik-Veranstaltung im österreichischen Veranstaltungskalender etabliert und unterstreicht die Rolle Wiens als zentraler Marktplatz für hochwertige Agrarerzeugnisse.