Der Tourismussektor in Athen hat das Jahr 2025 mit historischen Höchstwerten bei Besucherzahlen und Umsätzen abgeschlossen. Laut den aktuellen Jahresberichten des Hotelverbands Athen-Attika und Argossaronischer Golf sowie des internationalen Flughafens Athen (AIA) stieg die Zahl der ausländischen Gäste um 10 % auf insgesamt 8,7 Millionen Ankünfte.
Der Flughafen Athen fertigte im selben Zeitraum rund 34 Millionen Passagiere ab, was einem Zuwachs von zwei Millionen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Marktdaten belegen, dass die USA mit 1,19 Millionen Besuchern (+12 %) weiterhin der wichtigste Quellmarkt für die griechische Hauptstadt sind, gefolgt von Großbritannien (775.000), Deutschland (710.000), Frankreich (551.000) und Italien (508.000).
Wirtschaftlich profitiert die Stadt von einer deutlich gestiegenen Konsumbereitschaft. Die täglichen Ausgaben der Touristen kletterten im Vergleich zu 2024 um 10 %, wobei der Bereich Unterhaltung und Sehenswürdigkeiten mit einem Plus von 16 % das stärkste Wachstum verzeichnete. Rund 76 % der Reisenden gaben Freizeit und Kultur als Hauptgrund für ihren Aufenthalt an, wobei das kulturelle Angebot mit einer Zufriedenheitsbewertung von 9,2 auf einer 10er-Skala das wichtigste Alleinstellungsmerkmal der Stadt bleibt. Trotz dieser positiven Zahlen verzeichnete die Hotellerie während der Hauptsaison einen leichten Rückgang der Auslastung um 1,2 %, was auf die zunehmende Konkurrenz durch alternative Unterkunftsformen und Kapazitätsgrenzen in den Sommermonaten hindeutet.
Ein signifikanter Trend zeigt sich in der Verlagerung der Reisezeiten in das Winterhalbjahr. Von November bis März stieg die Hotelauslastung um 5,3 %, während die Zimmerpreise in diesem Zeitraum um 5,4 % anzogen. Diese Entwicklung stützt das Ziel der griechischen Tourismuspolitik, Athen als Ganzjahresziel zu etablieren. Dennoch identifizierten die Marktanalysten von GBR Consulting Schwachstellen in der städtischen Infrastruktur. Während die Sauberkeit der Strände an der Athener Riviera mit 8,6 gut bewertet wurde, erhielten öffentliche Plätze (6,8), die allgemeine Stadtsauberkeit (6,6) sowie die Lärmbelastung (6,4) deutlich niedrigere Werte. Zudem gaben viele Besucher an, umliegende Ziele wie die Inseln Ägina, Hydra oder Spetses aufgrund mangelnder Informationen oder Zeitnot nicht besucht zu haben.
Der Hotelverband fordert angesichts der Ergebnisse eine gezielte Aufwertung des öffentlichen Raums und eine bessere Integration der Küstenregionen in das touristische Gesamtkonzept. Verbandspräsident Evgenios Vassilikos betonte, dass die Wettbewerbsfähigkeit langfristig nur durch Infrastrukturupgrades und ein koordiniertes Management gesichert werden könne. Da 61 % der Befragten Athen zum ersten Mal besuchten, liege ein großes Potenzial in der Gewinnung von Stammgästen. Die Bereitschaft zur Weiterempfehlung ist mit 97 % außerordentlich hoch, was die emotionale Bindung der Besucher an die Destination unterstreicht. Die Branche blickt daher optimistisch auf das Jahr 2026, mahnt jedoch eine Professionalisierung der städtischen Dienstleistungen an.