Boeing 787-9 (Foto: Riyadh Air).
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Riyadh Air übernimmt erste Flugzeuge und forciert Allianzen

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Die neue nationale Fluggesellschaft Saudi-Arabiens, Riyadh Air, hat einen zentralen Meilenstein auf dem Weg zu ihrer operativen Betriebsaufnahme erreicht. Drei Jahre nach der offiziellen Unternehmensgründung durch den staatlichen Public Investment Fund (PIF) hat der Carrier die ersten drei eigenen Langstreckenflugzeuge des Typs Boeing 787-9 Dreamliner übernommen.

Diese Maschinen bilden das Fundament für die anstehende Phase der behördlichen Zertifizierung und die Durchführung der vorgeschriebenen Testflüge. Wie der Vorstandsvorsitzende Tony Douglas in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Arabiya English bekannt gab, laufen die logistischen Vorbereitungen für den kommerziellen Erstflug plangemäß, um bis März 2027 ein Streckennetz von insgesamt 22 internationalen Destinationen zu etablieren.

Die strategische Ausrichtung der Fluggesellschaft basiert in der ersten Expansionsphase auf dem gezielten Aufbau eines globalen Partnernetzwerks anstelle einer direkten Mitgliedschaft in einer der drei großen Luftfahrtallianzen wie Star Alliance oder SkyTeam. Laut Douglas wurden bereits bilaterale Kooperationsvereinbarungen mit elf namhaften Fluggesellschaften unterzeichnet. Zu den wichtigsten Partnern gehören die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines, die eine umfassende Anbindung an den nord- und südamerikanischen Kontinent gewährleisten soll, sowie Singapore Airlines für den Transferverkehr in Richtung Asien und Australien. Diese Partnerschaften sichern der neuen Airline von Beginn an den Zugriff auf ein weltweites Zubringernetzwerk und optimieren die Auslastung der eigenen Verbindungen nach Europa und Asien.

Der Aufbau von Riyadh Air ist Teil der staatlichen Wirtschaftsstrategie „Vision 2030“, mit der das Königreich Saudi-Arabien seine Abhängigkeit vom Ölsektor reduzieren und das Land zu einem führenden globalen Luftverkehrs- und Tourismuszentrum ausbauen will. Der Heimatflughafen in Riad wird hierfür massiv erweitert, um als direktes Konkurrenzdrehkreuz zu den etablierten Golf-Carriers wie Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways zu fungieren. Insgesamt hat die Fluggesellschaft beim US-amerikanischen Flugzeugbauer Boeing Großaufträge über bis zu 72 Dreamliner sowie über 60 Schmalrumpfflugzeuge des Typs Boeing 737 Max platziert, um das langfristige Ziel von über 100 Destinationen bis zum Ende des Jahrzehnts zu realisieren.

Im Unterschied zur bestehenden staatlichen Fluggesellschaft Saudia, die ihren operativen Fokus weiterhin auf religiösen Tourismus und die Anbindung der Region Dschidda legt, soll Riyadh Air primär den internationalen Geschäftsreiseverkehr und den High-End-Tourismus in die Hauptstadt lenken. Der reibungslose Flottenzulauf und das dichte Netz an Interline- und Codeshare-Abkommen gelten in der Luftfahrtbranche als kritische Erfolgsfaktoren, um in einem bereits stark gesättigten Markt im Nahen Osten Marktanteile zu gewinnen. Mit den ersten eigenen Flugzeugen in der markanten indigoblauen Originallackierung beginnt nun die heiße Phase der Flugbetriebsvorbereitungen am Boden und in der Luft.

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