Das Kreuzfahrtschiff Vasco da Gama des Stuttgarter Veranstalters Nicko Cruises hat nach einer mehr als zehnwöchigen Zwangspause im französischen Brest seinen Betrieb wieder aufgenommen. Am 16. Juli 2026 startete das einzige Hochseeschiff des Anbieters von Kiel aus zu einer elftägigen Ostsee-Kreuzfahrt.
Die Betriebsunterbrechung war durch eine Kette technischer Probleme notwendig geworden, die zu weitreichenden Absagen im Sommerprogramm der Reederei geführt hatten. Erst nach umfangreichen Reparaturarbeiten an den Antriebssystemen und Hauptmaschinen konnte die Freigabe für den regulären Passagierdienst erteilt werden.
Die Pannenserie begann bereits Ende April 2026, als die laufende Weltreise des Schiffes kurz vor dem Zielhafen Hamburg wegen eines Schadens am steuerbordseitigen Verstellpropeller vorzeitig in Lissabon abgebrochen werden musste. Nach ersten Instandsetzungsarbeiten im Trockendock von Brest schien das Schiff fahrbereit, erlitt jedoch kurz nach dem Auslaufen im Ärmelkanal einen schweren Defekt an einer der Hauptmaschinen. Diese erneute Havarie zwang das Schiff zur sofortigen Umkehr und zog langwierige Reparaturarbeiten nach sich. In der Folge musste Nicko Cruises mehrere aufeinanderfolgende Reisen absagen, darunter eine exklusive Charterfahrt sowie eine mehrwöchige Nordland-Kreuzfahrt.
Für den Reiseveranstalter bedeutete der ungeplante Ausfall nicht nur logistische Probleme, sondern auch erhebliche finanzielle Belastungen und einen Imageschaden. Tausende Passagiere mussten kurzfristig umgebucht oder entschädigt werden, wobei Reiserechtler auf potenzielle Ansprüche wegen entgangener Urlaubsfreude verwiesen. Nicko Cruises nutzte die verlängerte Liegezeit in der Werft immerhin für kosmetische Arbeiten wie Malerarbeiten, den Austausch von Teppichen und kleinere Renovierungen im Wellnessbereich. Dennoch bleibt die Zuverlässigkeit des über dreißig Jahre alten, ehemals als Statendam in Dienst gestellten Schiffes nach den jüngsten Vorfällen unter genauer Beobachtung.
Die Wiederaufnahme des Dienstes ab Kiel soll nun die wirtschaftliche Stabilisierung des Hochseegeschäfts von Nicko Cruises sichern. Da das Unternehmen im Segment der Hochseekreuzfahrten vollständig von der Vasco da Gama abhängig ist, birgt jede technische Störung existenzielle Risiken für diesen Betriebszweig. Branchenexperten betonen, dass der Markt für klassische Kreuzfahrten hart umkämpft ist und Verzögerungen dieser Art das Vertrauen der Kunden nachhaltig beschädigen können. Der Verlauf der aktuellen Ostsee-Saison wird zeigen, ob die technischen Systeme nach der Generalüberholung dauerhaft stabil laufen.