Flagge von Kuba (Foto: Pixabay).
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Rückzug internationaler Hotelketten: Tourismussektor auf Kuba vor dem Zusammenbruch

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Der Tourismussektor auf Kuba erlebt einen tiefgreifenden Einbruch. Die spanische Hotelkette Iberostar hat zum 20. Juli 2026 den Betrieb ihrer letzten sechs verbliebenen Hotels auf der Karibikinsel bis auf Weiteres eingestellt.

Lediglich das Hotel Havana Parque Central bleibt geöffnet, wird jedoch künftig direkt von der staatlichen kubanischen Cubanacan Group betrieben. Damit endet vorerst das Engagement der Kette, die noch zu Jahresbeginn 18 Häuser auf der Insel führte. Auch der Wettbewerber Meliá, der zuletzt 35 Hotels auf Kuba betrieb, hat sein Portfolio drastisch reduziert und steht Berichten zufolge vor dem vollständigen Rückzug.

Auslöser für das Aussteigen der internationalen Betreiber sind verschärfte US-Sanktionen, die Anfang Juni 2026 in Kraft traten. Diese zielen direkt auf ausländische Unternehmen ab, die mit dem kubanischen Militärkonglomerat GAESA und dessen Tourismussparte Gaviota S.A. zusammenarbeiten. Da ein Großteil der touristischen Infrastruktur auf der Insel unter der Kontrolle dieser staatlich-militärischen Einheiten steht, sahen sich die Hotelkonzerne gezwungen, Verträge aufzulösen, um Sanktionsrisiken für das eigene globale Geschäft zu vermeiden. Neben rechtlichen Risiken erschweren die anhaltend schwierige Wirtschaftslage, Versorgungsengpässe sowie steigende Betriebskosten den laufenden Hotelbetrieb.

Die Entwicklungen haben unmittelbare Auswirkungen auf den internationalen Reisemarkt. Große deutsche Reiseveranstalter und Online-Buchungsportale wie TUI, Dertour, Booking.com, Check24 und Opodo haben Angebote auf Kuba nahezu vollständig aus ihren Systemen entfernt. Auch hier stehen die Vermeidung rechtlicher Konsequenzen durch US-Behörden sowie die unzureichende Versorgungssicherheit für Urlaubsgäste im Vordergrund. Als Ausweichmöglichkeit für individuelle Reisen verbleiben derzeit primär private Unterkünfte über Vermittlungsplattformen wie Airbnb, da diese nicht unter die direkten Beschränkungen der staatlichen Infrastruktur fallen.

Der Ausfall ausländischer Investoren und Reiseveranstalter trifft die kubanische Volkswirtschaft in einer ohnehin angespannten Lage. Der Tourismus galt über Jahrzehnte als eine der wichtigsten Einnahmequellen für Devisen auf der Insel. Das Fehlen internationaler Hotelmarken und die Unterbrechung regulärer Buchungswege dürften die Passagierzahlen auf Flügen nach Kuba weiter senken und den Druck auf den staatlichen Bausektor sowie nachgelagerte Dienstleister erhöhen. Eine rasche Erholung der Buchungszahlen erscheint vor dem Hintergrund der geltenden Rahmenbedingungen unwahrscheinlich.

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