Flughafen Sochumi-Babuschara (Foto: Митя Алешковский).
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Russland plant umstrittene Flügezwischen St. Petersburg und abchasischem Flughafen Suchumi

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Die Ankündigung russischer Behörden, eine direkte Flugverbindung zwischen St. Petersburg und dem Flughafen Suchumi im umstrittenen Gebiet Abchasiens zu etablieren, sorgt international für Aufsehen.

Der Flughafen Suchumi-Babuschara, der seit dem georgischen Bürgerkrieg in den 1990er Jahren nicht mehr in Betrieb ist, soll nach Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten wiedereröffnet werden. Diese Pläne fügen sich in eine umfassendere Strategie Russlands ein, seine Kontrolle über die abtrünnige Region Abchasien zu stärken, was geopolitische Spannungen weiter verschärfen könnte.

Abchasien, eine Region im Nordwesten Georgiens, hat eine lange und konfliktbeladene Geschichte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erklärte es seine Unabhängigkeit von Georgien, was in einem blutigen Bürgerkrieg mündete. Seither wird Abchasien von Russland politisch, wirtschaftlich und militärisch unterstützt, obwohl es international, einschließlich von den Vereinten Nationen und der Europäischen Union, nach wie vor als Teil Georgiens anerkannt wird. Der geplante Ausbau des Flughafens Suchumi und die Einrichtung von Direktflügen nach Russland könnten die Isolation der Region weiter verringern und ihre Integration in die russische Infrastruktur vorantreiben.

Hintergrund: Der Flughafen Suchumi-Babuschara

Der Flughafen Suchumi, auch als Babushera bekannt, spielte vor den kriegerischen Auseinandersetzungen in den 1990er Jahren eine zentrale Rolle in der Region. Während des georgischen Bürgerkriegs wurde er schwer beschädigt und seitdem weitgehend vernachlässigt. Auch wenn es immer wieder Versuche gab, den Flughafen wieder in Betrieb zu nehmen, hat er bisher keinen regelmäßigen kommerziellen Flugbetrieb aufgenommen. Zudem wird der Flughafen von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) nicht als internationaler Flughafen anerkannt, was seine Nutzung stark einschränkt. Die fehlende Anerkennung ist ein Symptom der angespannten geopolitischen Lage in der Region, da viele Staaten, darunter auch die Europäische Union, Abchasien als Teil Georgiens ansehen und seine Abspaltung nicht akzeptieren.

Trotz dieser Hindernisse verfolgt Russland seit Jahren eine Politik der engen Anbindung Abchasiens, was auch in der wirtschaftlichen Unterstützung der Region zum Ausdruck kommt. Das neue Vorhaben, den Flughafen Suchumi wieder in Betrieb zu nehmen, wird durch ein öffentlich-privates Partnerschaftsabkommen zwischen der separatistischen Regierung Abchasiens und einem russischen Unternehmen ermöglicht, das eigens für diesen Zweck gegründet wurde. Der Flughafen soll nach Abschluss der Sanierung wieder zu einem zentralen Verkehrsknotenpunkt werden.

Geopolitische Implikationen

Die geplante Flugverbindung nach St. Petersburg wäre ein bedeutender Schritt in den Bemühungen Russlands, Abchasien weiter in seine wirtschaftliche und logistische Infrastruktur zu integrieren. Der russische Vizegouverneur von St. Petersburg, Kirill Poljakow, erklärte, dass der Flughafen nach Abschluss der Bauarbeiten nicht nur die Tourismusströme in der Region erhöhen, sondern auch Investitionen anziehen werde. Russland betont dabei, dass diese Entwicklung Abchasien zu einer blühenden Region machen könne, die von ihrem Potenzial bisher nicht ausreichend profitiert habe.

Aus georgischer und internationaler Perspektive wird dieser Schritt jedoch mit Besorgnis betrachtet. Die internationale Gemeinschaft erkennt Abchasien weiterhin als Teil Georgiens an, und die Einrichtung einer direkten Flugverbindung zwischen einer russischen Metropole und dem abtrünnigen Gebiet wird als weiterer Versuch Russlands gewertet, Fakten vor Ort zu schaffen und die territoriale Integrität Georgiens zu untergraben. Georgien protestierte bereits gegen frühere Versuche Russlands, Abchasien weiter zu integrieren, und dürfte auch diesmal scharf auf die Entwicklungen reagieren.

Die Situation erinnert an das Schicksal anderer Regionen im postsowjetischen Raum, in denen Russland seine geopolitische Macht auf ähnliche Weise ausgebaut hat, etwa in der Ostukraine oder in Südossetien. In diesen Konflikten hat Moskau ebenfalls wirtschaftliche, infrastrukturelle und militärische Maßnahmen ergriffen, um seine Kontrolle zu festigen und den Einfluss internationaler Institutionen zu verringern.

Reaktionen und mögliche Folgen

In Georgien selbst wird die Flugverbindung voraussichtlich auf starken Widerstand stoßen, da sie als direkte Verletzung der nationalen Souveränität angesehen wird. Die Spannungen zwischen Georgien und Russland, die seit dem Krieg von 2008 nie ganz abgebaut wurden, könnten sich durch diese Entwicklung weiter verschärfen. Auch die Europäische Union und die NATO, die beide enge Beziehungen zu Georgien pflegen, haben bereits in der Vergangenheit auf ähnliche russische Maßnahmen in der Region mit Kritik reagiert.

Der geplante Ausbau des Flughafens und die neue Flugverbindung könnten darüber hinaus Auswirkungen auf die Tourismusströme in die Region haben. Abchasien, das für seine landschaftliche Schönheit und seine Küsten am Schwarzen Meer bekannt ist, könnte durch die neue Flugroute für russische Touristen attraktiver werden. Dies würde jedoch die wirtschaftliche Abhängigkeit der Region von Russland weiter verstärken.

Die Pläne zur Wiedereröffnung des Flughafens Suchumi und der Etablierung einer direkten Flugverbindung nach St. Petersburg spiegeln Russlands fortlaufende Bemühungen wider, Abchasien stärker in seine Einflusszone zu integrieren. Gleichzeitig zeigen sie, wie stark geopolitische Spannungen in der Region den Alltag der Menschen beeinflussen. Ob diese Maßnahmen zu einer wirtschaftlichen Erholung Abchasiens führen oder die internationalen Spannungen weiter anheizen, bleibt abzuwarten.

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1 Comment

  • Lyubov Klenova , 4. Oktober 2024 @ 02:32

    1. SUCHUM (NICHT Suchumi)- seit 31 Jahren heisst die Hauptstadt so.
    2. Abchasien ist keine „Region“, es war 1921 als 16. Sowjetrepublik der UdSSR beigetreten und dann allmählich unter Stalins Herrschaft zur Autonomen Republik im Bestand Georgiens gemacht.
    3. 3mal im Artikel wurde die These wiederholt , Abchasien sei nicht international anerkannt, aber nicht erwähnt, das es von 7 UN-Mitgliedstaaten, darunter von Russland, Syrien, Venezuela u.a. anerkannt worden ist.
    4.1992-93 hat Georgien Abchasien angegriffen. Es war kein „Bürgerkrieg“, sondern der georgisch-abchasischer Krieg. Diese 2 Völker sprechen 2 absolut verschiedene Sprachen und haben ganz unterschiedliche Kulturen.

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