Die Fluggesellschaft Ryanair Ende der vergangenen Woche ihre Forderung an die Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB), das ihrer Ansicht nach zu strenge Nachtflugverbot am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zu lockern. Laut Ryanair habe das bestehende Verbot im Jahr 2024 bereits über 10.000 Passagiere beeinträchtigt. Die Fluggesellschaft argumentiert, daß zahlreiche Flugausfälle und Umleitungen auf Faktoren zurückzuführen seien, die außerhalb ihres Einflusses lägen, wie Verspätungen in der Flugsicherung, schlechtes Wetter oder betriebliche Ineffizienzen am Flughafen selbst.
Im vergangenen Jahr seien 59 Ryanair-Flüge durch das Nachtflugverbot gestört worden. Dies umfaßte 30 verspätete Abflüge und 29 Umleitungen zu anderen Flughäfen, obwohl die betroffenen Maschinen sich oft nur wenige Minuten vor der geplanten Landung in Berlin befunden hätten. Ryanair betont, daß man keine vollständige Aufhebung des Nachtflugverbots anstrebe, sondern lediglich eine angemessene Flexibilität fordere, um Passagiere effizienter und ohne unnötige Störungen an ihr Ziel zu bringen. Insbesondere kritisiert die Fluggesellschaft Fälle, in denen Flugzeuge kurz vor Beginn des Nachtflugverbots abgewiesen und beispielsweise nach Hannover umgeleitet wurden, was für die Passagiere eine zusätzliche dreistündige Busfahrt nach Berlin bedeutete.
Marcel Pouchain Meyer, Kommunikationschef von Ryanair DACH, forderte den Chef der LuBB, Carsten Diekmann, auf, die Verantwortung für die Beeinträchtigungen im Jahr 2024 zu übernehmen und Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Situationen im laufenden Jahr zu verhindern. Ryanair hält es für inakzeptabel, daß Passagiere weiterhin unter vermeidbaren Störungen leiden müßten, weil die LuBB keine Bereitschaft zeige, auch nur geringfügige Ausnahmen vom Nachtflugverbot zuzulassen. Die Fluggesellschaft warnt davor, daß die starre Haltung der Behörde die Wettbewerbsfähigkeit Berlins als Luftverkehrsstandort beeinträchtigen könnte und ruft zu einer umgehenden Überprüfung der aktuellen Regelungen auf.