Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat Verkehrsminister Volker Wissing aufgefordert, Maßnahmen gegen das strikte Nachtflugverbot am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zu ergreifen. Anlass sind zwei Vorfälle Mitte Februar, bei denen Flüge aufgrund geringfügiger Verspätungen nach Hannover umgeleitet wurden, was zu erheblichen Unannehmlichkeiten für die Passagiere führte.
Am 17. Februar 2025 wurde der Flug FR1143 von Lissabon nach Berlin betroffen. Obwohl die Maschine kurz nach Mitternacht den BER erreichen sollte, verweigerte die deutsche Flugsicherung die Landung aufgrund des Nachtflugverbots, das von 00:00 bis 05:00 Uhr gilt. Infolgedessen musste das Flugzeug nach Hannover ausweichen, und die Passagiere wurden per Bus nach Berlin transportiert. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am 18. Februar mit dem Flug FR2419 von Teneriffa Süd nach Berlin. Auch hier führte eine minimale Verspätung zur Umleitung nach Hannover.
Ryanair bezeichnete diese Umleitungen als „völlig inakzeptabel“ und forderte mehr Flexibilität seitens der Flugsicherung und des Flughafens, um solche Störungen zu vermeiden. Das Unternehmen rief die Passagiere auf, sich direkt an Verkehrsminister Wissing zu wenden, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Das Bundesverkehrsministerium wies jedoch darauf hin, dass die Regelungen zum Nachtflugverbot in der Zuständigkeit der Bundesländer liegen und somit nicht direkt vom Bund beeinflusst werden können.
Bereits in der Vergangenheit kam es zu ähnlichen Vorfällen. Anfang Januar 2025 musste ein Ryanair-Flug von Gran Canaria nach Berlin kurz vor der Landung am BER nach Hannover umgeleitet werden, da die Maschine wenige Minuten nach Mitternacht angekommen wäre und somit das Nachtflugverbot verletzt hätte. Diese wiederholten Ereignisse haben die Diskussion über die Striktheit der Nachtflugregelungen am BER erneut entfacht.