Boeing 737-800 (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair kritisiert Verkehrszahlen des Flughafens Wien und fordert Steuersenkungen

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Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat am 17. März 2026 eine scharfe Analyse der aktuellen Verkehrszahlen des Flughafens Wien vorgelegt. Laut dem irischen Marktführer verzeichnete der Standort im Februar einen Rückgang der Flugbewegungen um 2 % im Vergleich zum Vorjahr.

Ryanair wirft dem Flughafenmanagement vor, die tatsächliche Marktentwicklung durch die Einbeziehung von Transitpassagieren zu verschleiern. Konkret handelt es sich dabei um technische Zwischenlandungen von Air India, die lediglich zum Auftanken genutzt werden. Nach Ansicht der Fluggesellschaft werden diese Passagierzahlen fälschlicherweise in die Statistik eingerechnet, um das schrumpfende Passagieraufkommen am Wiener Drehkreuz zu verbergen.

Die Kritik fällt in eine Phase massiver Umstrukturierungen am Wiener Flughafen. In dieser Woche schloss der Konkurrent Wizz Air seine Basis in Wien und zog die fünf dort stationierten Flugzeuge ab. Die betroffenen Kapazitäten wurden in Länder wie die Slowakei und Italien verlegt. Ryanair führt diesen Rückzug direkt auf die österreichische Luftverkehrssteuer in Höhe von 12 Euro pro Passagier sowie auf die hohen Standortgebühren zurück. In Wettbewerbsländern wie Schweden oder Ungarn wurden ähnliche Abgaben bereits abgeschafft, um das Wachstum der Luftfahrtbranche und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Tourismussektor gezielt zu fördern.

Andreas Gruber, Sprecher von Ryanair, forderte die österreichische Bundesregierung unter Bundeskanzler Christian Stocker und Verkehrsminister Peter Hanke zu sofortigen Maßnahmen auf. Er bezeichnete die aktuelle Steuerlast als wettbewerbsschädigend und warnte vor einer weiteren Abwanderung des Flugverkehrs in steuerfreie Nachbarländer. Um die Attraktivität Wiens als Luftfahrtstandort zu sichern, verlangt das Unternehmen nicht nur die Streichung der Ticketsteuer, sondern auch eine Senkung der Flugsicherungsgebühren sowie die Wiedereinführung von Anreizprogrammen für expandierende Fluggesellschaften.

Marktbeobachter weisen darauf hin, dass der Druck auf den Flughafen Wien wächst, da immer mehr europäische Regierungen ihre Luftfahrtstrategien liberalisieren. Während der Wiener Flughafen auf seine Bedeutung als Ost-West-Drehkreuz verweist, warnen Branchenexperten vor einem dauerhaften Verlust von Marktanteilen an kostengünstigere Standorte wie Bratislava oder Budapest. Die Debatte um die fiskalischen Rahmenbedingungen des Luftverkehrs in Österreich wird durch die jüngsten Flottenverschiebungen der Billigflieger zusätzlich angeheizt, da die Branche eine Angleichung an das internationale Kostenniveau fordert, um die operative Exzellenz des Standortes zu bewahren.

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