Airbus A220-300 (Foto: Airbus).
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Satellitenkrieg über den Wolken: Jetblue wählt Amazon als Partner für die nächste Generation des Bord-WLANs

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Die amerikanische Fluggesellschaft Jetblue hat eine strategische Partnerschaft mit Amazon bekanntgegeben, die den Bord-WLAN-Markt revolutionieren könnte. Jetblue, die bereits 2013 als erste US-Fluglinie kostenloses Internet an Bord einführte, wird ab 2027 als erster Luftfahrtkunde das Satellitennetzwerk Project Kuiper von Amazon nutzen.

Diese Zusammenarbeit ist nicht nur ein Meilenstein für Jetblue, sondern auch ein bedeutender Impuls für Amazon im Wettbewerb mit Elon Musks Starlink. Während Starlink bereits einen erheblichen Vorsprung in der Implementierung von Satelliten-WLAN in Flugzeugen hat, setzt Jetblue bewußt auf Amazon. Die Fluggesellschaft argumentiert, daß sie durch die Partnerschaft mit dem Technologie-Giganten einen Innovationsvorsprung behalten will.

Vom Pionier zum Vorreiter der nächsten Generation

Als Jetblue im Jahr 2013 das kostenfreie „Fly-Fi“-Service einführte, setzte es einen neuen Standard in der Luftfahrt. Während andere US-Fluggesellschaften für langsamere Internetverbindungen erhebliche Gebühren verlangten, machte Jetblue den schnellen Zugang für alle Passagiere auf jedem Flugzeug seiner Flotte kostenlos. Dieses Alleinstellungsmerkmal hat Jetblue geholfen, sich im hart umkämpften amerikanischen Markt zu positionieren. Die Partnerschaft mit Amazon ist nun der nächste logische Schritt in dieser Innovationsstrategie.

Project Kuiper von Amazon verspricht Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (Gbps), was die derzeitigen Angebote auf dem Markt deutlich übertrifft. Solche Geschwindigkeiten würden es Passagieren ermöglichen, im Flugzeug das gleiche Interneterlebnis zu haben, das sie von zu Hause gewohnt sind. Datenintensive Anwendungen und das Streamen von Video- und Audioinhalten wären ohne Verzögerungen möglich. Jetblue plant, den Dienst ab 2027 zunächst in etwa einem Viertel seiner Flotte zu installieren. Ob und wann der Dienst auf die gesamte Flotte ausgeweitet wird, ist derzeit noch unklar.

Marty St. George, der Präsident von Jetblue, betonte in einem Gespräch mit Reportern, daß es nicht nur um eine schnellere Verbindung gehe, sondern darum, den Kunden die bestmögliche Konnektivität zu bieten. Er stellte klar, daß die Konkurrenz von Jetblue im Bereich des Bord-WLANs aufgeholt habe, weshalb man sich nun auf Amazon konzentriere, um den Vorsprung zu bewahren. Das „Fly-Fi“-Service wird auch in der neuen Generation weiterhin kostenlos für die Passagiere bleiben.

Der Wettlauf der Satelliten-Giganten: Kuiper gegen Starlink

Die Ankündigung von Jetblue ist ein wichtiger Schritt für Amazons Project Kuiper. Das Unternehmen, das im Jahr 2020 die Genehmigung der US-Kommunikationskommission (FCC) zur Stationierung von Satelliten erhielt, arbeitet am Aufbau eines Netzwerks von mehr als 3.200 Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO). Mit einem Investment von über 10 Milliarden US-Dollar will Amazon schnell aufholen. Im Gegensatz zu herkömmlichen geostationären Satelliten, die in einer Höhe von 36.000 Kilometern die Erde umkreisen, operieren die Kuiper-Satelliten in einer Höhe zwischen 590 und 630 Kilometern. Dies soll zu einer geringeren Latenz und einem zuverlässigeren Dienst führen.

Trotz Amazons Ambitionen hat Elon Musks Starlink, das von SpaceX betrieben wird, einen massiven Vorsprung. Starlink hat bereits über 7.500 Satelliten in Betrieb und plant, das Netzwerk auf bis zu 12.000 Satelliten auszubauen. Die Firma hat bereits Partnerschaften mit einer Vielzahl von Fluggesellschaften geschlossen. Unternehmen wie airBaltic, Air France, Air New Zealand, Alaska Airlines, Hawaiian Airlines, Qatar Airways, SAS, United Airlines, Virgin Atlantic, WestJet und Zipair haben sich bereits für Starlink-Dienste entschieden oder testen die Technologie bereits.

Angesichts dieses Vorsprungs stellt sich die Frage, warum sich Jetblue für Amazon entschieden hat. Die Antwort liegt in der finanziellen und technologischen Schlagkraft von Amazon. Mit einem Unternehmenswert von 2,5 Billionen US-Dollar und Einnahmen, die höher sind als das Bruttoinlandsprodukt von Ländern wie Schweden oder Belgien, ist Amazon ein Gigant, der die Fähigkeit hat, eine wettbewerbsfähige Lösung innerhalb weniger Jahre zu liefern. Jetblue ist nicht unter dem unmittelbaren Druck, das WLAN-Angebot zu überarbeiten, da es bereits ein solides Produkt hat. Die Partnerschaft ist eine Wette auf die Zukunft, bei der Jetblue auf die Innovationskraft und die finanziellen Ressourcen von Amazon setzt, um langfristig an der Spitze zu bleiben. Die Ankündigung von Airbus, die Konnektivitätslösung von Project Kuiper in den Flugzeugkatalog des Herstellers aufzunehmen, deutet darauf hin, daß Amazon bereits eine breitere Strategie verfolgt, um in den Luftfahrtmarkt einzudringen.

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