Flagge von Saudi-Arabien (Foto: Abdulrhman Alkhnaifer).
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Saudi-Arabien plant bis zu drei weitere Airlines zur Umsetzung der „Vision 2030“

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Saudi-Arabien forciert die Umsetzung seiner ambitionierten Wirtschaftsreform „Vision 2030“ durch eine beispiellose Expansion im Luftfahrtsektor. Berichten zufolge plant das Königreich die Gründung von bis zu drei weiteren neuen Fluggesellschaften, die die bereits existierenden Carrier – die nationale Fluggesellschaft Saudia, den kürzlich gegründeten Premium-Carrier Riyadh Air, sowie die Low-Cost-Fluggesellschaften flynas und flyadeal – ergänzen sollen.

Die Initiative zielt darauf ab, die Abhängigkeit von Öleinnahmen zu reduzieren, die Wirtschaft zu diversifizieren und das Land zu einem führenden globalen Tourismusziel zu transformieren. Fahd Hamidaddin, CEO der Saudi Tourism Authority, enthüllte bei einer Immobilienkonferenz in Riad die Pläne, die das bereits aggressive Wachstum im saudischen Luftverkehr noch übertreffen.

Die Strategie hinter der Luftfahrt-Offensive

Die saudi-arabische Regierung hat die Luftfahrtindustrie als einen zentralen Pfeiler ihrer nationalen Transformationsstrategie identifiziert. Derzeitige und geplante Projekte, wie die Megaprojekte Neom und Qiddiya sowie die massive Erweiterung der Flughäfen in Riad und Dschidda, erfordern eine enorme Steigerung der Luftverkehrskapazitäten. Das erklärte Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 jährlich 100 Millionen Touristen anzuziehen. Um diesen Anstieg der Besucherzahlen zu bewältigen und die globale Erreichbarkeit zu verbessern, ist ein dichtes Netz von Inlands- und internationalen Flugverbindungen erforderlich.

Die Äußerungen von Fahd Hamidaddin, der von „drei weiteren Fluggesellschaften“ sprach, zusätzlich zu den bestehenden und der neuen Riyadh Air, deuten auf eine tiefe Segmentierung des Marktes hin: „Man sagt auch, eine erfolgreiche nationale Fluggesellschaft baut eine Destination auf, und sie fangen erst noch an. Es gibt Riyadh Air, Saudia und drei weitere Fluggesellschaften, die angekündigt werden.“

Der erste neue Low-Cost-Carrier in Dammam

Die erste der drei neu angedeuteten Fluggesellschaften ist bereits in einem fortgeschrittenen Planungsstadium und soll als Low-Cost-Carrier am King Fahd International Airport (dmm) in Dammam angesiedelt werden. Das Verkehrsministerium und die Zivilluftfahrtbehörde (gaca) bestätigten bereits im Juli 2025 die Auswahl eines Konsortiums, das von der in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Air Arabia gemeinsam mit der Kun Investment Holding und der Nesma Holding geführt wird, um diesen neuen Carrier zu lancieren.

Das Unternehmen hat ehrgeizige Wachstumsziele:

  • Flottengröße: 45 Flugzeuge bis zum Jahr 2030.
  • Streckennetz: Betrieb von 24 nationalen und 57 internationalen Zielen.

Adel Al Ali, Group CEO von Air Arabia, bekräftigte die Rolle des Konsortiums: „Als führender Low-Cost-Betreiber in der Region bekräftigt dieser Meilenstein unser Engagement, das Wachstum und die Entwicklung des Luftfahrtsektors des Königreichs zu unterstützen.“ Dieser neue Carrier zielt auf die rasch wachsende Bevölkerung in der östlichen Provinz Saudi-Arabiens und auf die regionale Low-Cost-Konkurrenz ab.

Die Spezialisierung auf den Pilgerverkehr und unklare dritte Airline

Die Berichte deuten darauf hin, dass die zweite der neu angedeuteten Fluggesellschaften eine Spezialisierung auf den religiösen Tourismus anstreben soll. Saudi-Arabien beherbergt die heiligsten Stätten des Islam in Mekka und Medina und zieht jährlich Millionen von Pilgern im Rahmen der Haddsch und Umra an. Eine auf diesen Verkehr spezialisierte Fluggesellschaft würde die Logistik und die Kapazitäten für Pilgerreisen, die oft zu bestimmten Hochsaisonzeiten erfolgen, erheblich verbessern. Solch ein spezialisierter Carrier könnte die überlasteten Kapazitäten von Saudia in diesem Segment entlasten und zur angestrebten Steigerung der Pilgerzahlen beitragen.

Über die dritte angedeutete Fluggesellschaft gibt es derzeit keine detaillierten Informationen. Analysten spekulieren, dass es sich um einen regionalen Carrier handeln könnte, der kleinere Städte in Saudi-Arabien miteinander verbindet, oder um einen dedizierten Fracht-Carrier, um die Logistik-Ambitionen des Landes zu unterstützen.

Riyadh Air und die breitere Konsolidierung

Die Pläne zur Gründung neuer Airlines ergänzen die bereits laufende, massive Expansion der bestehenden Akteure. Riyadh Air, der neue Premium-Carrier mit Sitz in Riad, soll später im Jahr 2025 den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Das Unternehmen hat kürzlich auf der Dubai Airshow eine bedeutende Bestellung von 120 CFM International LEAP-1A Triebwerken bestätigt, die 60 Flugzeuge der Airbus A321neo-Familie antreiben sollen. Diese Bestellung untermauert die Absicht von Riyadh Air, nicht nur Langstrecken (mit der Boeing 787-9 Flotte) zu bedienen, sondern auch ein dichtes regionales und kontinentales Netz aufzubauen.

Die Vielzahl neuer und bestehender Fluggesellschaften, die alle von der Regierung unterstützt werden, schafft eine einzigartige und hochkompetitive Marktsituation. Ziel ist es, in einem Jahrzehnt eine Luftfahrtstruktur zu schaffen, die es mit den Giganten der Golfregion wie Emirates und Qatar Airways aufnehmen kann und Saudi-Arabien als einen der wichtigsten globalen Knotenpunkte für Passagier- und Frachtverkehr etabliert.

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1 Comment

  • ANDREAS POLTIN , 27. November 2025 @ 00:13

    Wir waren 2024 in Jeddah. Die Stadt und die Altstadt haben uns gut gefallen. Was noch immer fehlt ist eine visumfreie Einreise, Wegfall der verplichtenden Krankenverisicherung und ein Stopover von mehr als 24 Stunden der nicht gleich 100+ Euro kostet. Das Service von Saudia und das Essen im Flugzeug kann leider nicht mit Emirates & Co mithalten. Die Fluege sind allerdings recht billig.

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