Der City Airport Train (CAT) wird aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten an der Wiener S-Bahn-Stammstrecke vorübergehend auf einen Busbetrieb umgestellt. Von September 2026 bis Ende Oktober 2027 ist der Schienenabschnitt zwischen Wien Mitte und Wien Rennweg für den gesamten Zugverkehr gesperrt. Um die Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Flughafen Wien-Schwechat aufrechtzuerhalten, setzt der Betreiber in Kooperation mit der Blaguss Reisen GmbH auf eine Flotte von Premium-Reisebussen des Typs Setra. Diese Fahrzeuge verfügen über 55 Sitzplätze, Klimatisierung und Bord-Infotainment, um den gewohnten Komfortstandard der Flughafenzüge zu ersetzen.
Trotz des Wechsels vom Gleis auf die Straße wird die Taktfrequenz während der 14-monatigen Sperre erhöht. In den Hauptverkehrszeiten zwischen 07:00 und 19:00 Uhr verkehren die Busse fünfmal pro Stunde, was einem 12-Minuten-Intervall entspricht. In den Randzeiten wird ein 15-Minuten-Takt angeboten. Die Fahrzeit soll durch die Nutzung effizienter Routen weiterhin konkurrenzfähig bleiben. Allerdings führt die Sperre zu funktionalen Einschränkungen am Terminal in Wien Mitte: Der beliebte City Check-In, bei dem Reisende ihr Gepäck bereits im Stadtzentrum aufgeben können, muss aus logistischen Gründen für die gesamte Dauer der Bauarbeiten eingestellt werden.
Hintergrund der Maßnahmen sind notwendige Modernisierungsarbeiten der ÖBB an der Stammstrecke, die als wichtigste Nahverkehrsader Wiens gilt. Die Renovierung umfasst Gleisneulagen, die Instandsetzung von Viadukten und Tunnelbauwerken sowie die Erneuerung der Signaltechnik. Da der CAT die Gleise der Schnellbahn mitbenutzt, ist er von diesen Bauarbeiten unmittelbar betroffen. Um die Attraktivität des Ersatzverkehrs zu steigern, gelten weiterhin ermäßigte Tarife für Inhaber von Zeitkarten wie der Wiener Linien Jahreskarte oder Vorteilskarten. Kinder unter 15 Jahren werden zudem weiterhin unentgeltlich befördert.
Branchenexperten werten die Entscheidung für einen hochfrequenten Bus-Ersatzverkehr als notwendigen Schritt, um Abwanderungen zum Individualverkehr oder zu Taxi-Diensten zu verhindern. Der Flughafen Wien und die Stadt Wien als Eigentümer des CAT investieren hiermit in die Stabilität der Verkehrsanbindung während einer der kritischsten Bauphasen im Wiener Schienennetz. Die Zusammenarbeit mit Blaguss sichert dabei Kapazitäten ab, die über den regulären Schienenersatzverkehr der ÖBB hinausgehen und speziell auf die Bedürfnisse von Flugreisenden mit viel Gepäck zugeschnitten sind.