Ein Alaska-Airlines-Flug von Seattle nach Phoenix geriet am 26. Dezember 2024 in heftige Turbulenzen, die mehrere Verletzte forderten.
Während die Boeing 737 MAX 9 sicher in Phoenix landete, mussten vier Besatzungsmitglieder in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Ein Passagier erlitt leichtere Verletzungen, benötigte jedoch keine stationäre Behandlung. Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Risiken von Turbulenzen im modernen Flugverkehr.
Die Ereignisse im Detail
Der Flug AS 700 der Alaska Airlines startete planmäßig vom Seattle Tacoma International Airport (SEA) mit Ziel Phoenix Sky Harbor International Airport (PHX). Die Strecke, die in der Regel etwa zwei Stunden dauert, verläuft über eine der verkehrsreichsten Luftkorridore in den Vereinigten Staaten. Während des Fluges geriet das Flugzeug in schwere Turbulenzen, die dazu führten, daß ein medizinischer Notfall an Bord gemeldet wurde.
Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA konnte der Flug trotz der widrigen Umstände ohne Umleitung sicher in Phoenix landen. Die Verletzungen der Besatzungsmitglieder wurden vor Ort behandelt, bevor sie zur weiteren medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht wurden. Die genaue Schwere ihrer Verletzungen bleibt unklar, doch die Fluggesellschaft lobte die Professionalität ihrer Crew, die unter den schwierigen Bedingungen ruhig und kompetent agiert habe.
Turbulenzen: Eine unterschätzte Gefahr
Turbulenzen gelten in der Luftfahrt als eines der häufigsten und gleichzeitig schwierigsten Phänomene. Besonders gefährlich sind sogenannte Clear-Air-Turbulenzen, die in der freien Luft auftreten und von Piloten schwer vorherzusehen sind, da sie ohne sichtbare Anzeichen wie Wolken entstehen. Diese Turbulenzen werden durch Unterschiede in der Geschwindigkeit und Richtung von Luftmassen verursacht und treten oft in der Nähe von Jetstreams auf.
Statistiken zeigen, daß Turbulenzen weltweit für etwa 40 Prozent der Zwischenfälle in der kommerziellen Luftfahrt verantwortlich sind. Während moderne Flugzeuge so konstruiert sind, daß sie auch stärksten Turbulenzen standhalten können, sind die Insassen – insbesondere stehende Besatzungsmitglieder – einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt.
Häufigere Vorfälle in jüngster Zeit
Der Vorfall auf dem Alaska-Airlines-Flug reiht sich in eine Serie ähnlicher Zwischenfälle in diesem Jahr ein. Experten diskutieren intensiv über die zunehmende Häufigkeit und Stärke von Turbulenzen. Berichte der FAA und anderer Organisationen zeigen eine deutliche Zunahme turbulenzbedingter Verletzungen in den letzten Jahrzehnten.
So wurde kürzlich ein schwerer Zwischenfall auf einem Flug von Singapore Airlines bekannt, bei dem ein Passagier verstarb und mehrere verletzt wurden. Auch eine Maschine von Hawaiian Airlines erlitt im vergangenen Jahr starke Turbulenzen, wobei 24 Menschen verletzt wurden. Diese und ähnliche Fälle verdeutlichen die Notwendigkeit verbesserter Vorhersagemodelle und präventiver Maßnahmen.
Internationale Bemühungen zur Prävention
Die zunehmenden Turbulenzen haben bereits auf mehreren internationalen Konferenzen der Luftfahrtbranche für Diskussionen gesorgt. Länder wie Südkorea fordern eine verstärkte Zusammenarbeit der Airlines, um die Zahl der Zwischenfälle zu reduzieren. Neben technologischen Verbesserungen wird auch auf eine intensivere Schulung von Piloten und Besatzungsmitgliedern gesetzt, um auf plötzliche Turbulenzen optimal reagieren zu können.
Der Vorfall auf dem Alaska-Airlines-Flug zeigt eindrücklich, wie wichtig Sicherheitsmaßnahmen an Bord moderner Flugzeuge sind. Obgleich Turbulenzen ein natürlicher Bestandteil der Luftfahrt sind, unterstreichen Ereignisse wie dieses die Notwendigkeit, sowohl technische als auch operative Lösungen zu finden, um das Risiko für Besatzung und Passagiere zu minimieren. Die schnelle und professionelle Reaktion der Crew hat in diesem Fall Schlimmeres verhindert, doch die Branche muß weiterhin wachsam bleiben.