Ein Regionalflugzeug des Typs Boeing 717-200 von Delta Air Lines, das planmäßig zwischen St. Louis und Detroit verkehren sollte, musste kürzlich kurz nach dem Start zum Ausgangsflughafen zurückkehren. Der Grund für die ungeplante Landung war das Auftreten eines sauren Geruchs in der Kabine.
Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse in der kommerziellen Luftfahrt im laufenden Jahr ein und wirft Fragen hinsichtlich der technischen Ursachen und der Wartung älterer Flugzeugmuster auf. Das betroffene, 25 Jahre alte Flugzeug mit der Registrierung N935AT, verbrachte nach der ersten Umkehr zwei Tage am Boden, bevor es den Betrieb wieder aufnahm und kurz darauf in einen weiteren, ähnlichen Vorfall verwickelt war.
Chronologie des Geruchsvorfalls in St. Louis
Der erste Vorfall ereignete sich am 2. Dezember, als der Flug DL9962 von Delta Air Lines vom Lambert St. Louis International Airport (STL) in Missouri nach Detroit Wayne County (DTW) in Michigan unterwegs war. Die Flugnummer DL9962 deutet auf einen Überführungsflug ohne reguläre Passagiere hin, da sie auf dieser 90-minütigen Strecke untypisch ist und Berichten zufolge nur zwei Piloten an Bord waren. Das Flugzeug startete um 10:59 Uhr.
Kurz nach dem Abheben, auf einer Höhe von 5.000 Fuß, meldeten die Piloten den sauren Geruch in der Kabine, woraufhin sie die Entscheidung zur sofortigen Umkehr trafen. Bereits um 11:12 Uhr, nur 13 Minuten nach dem Start, war die Boeing 717 wieder sicher in St. Louis gelandet. Nach der Landung hielt das Flugzeug fünf Minuten auf der Piste 29 an, der gleichen, von der es gestartet war, bevor es zum Abstellbereich rollte. Ein Sprecher von Delta Air Lines bestätigte den Vorfall und betonte, dass die Besatzung aus reiner Vorsicht den etablierten Verfahren gefolgt und sicher gelandet sei.
Wiederholtes Problem nach technischer Überprüfung
Nach der ungeplanten Rückkehr nach St. Louis blieb die N935AT für mehr als zwei Tage am Boden. Ursprünglich war die Überführung nach Atlanta für den Abend des 3. Dezembers geplant, doch der Start verzögerte sich bis 14:40 Uhr am 4. Dezember. Das Flugzeug erreichte das Hauptdrehkreuz von Delta Air Lines in Atlanta (ATL) schließlich am späten Nachmittag. Die lange Bodenzeit deutet darauf hin, dass technische Teams versuchten, die Ursache des Geruchs zu identifizieren und zu beheben.
Nach einem kurzen Testflug am 5. Dezember nahm die Maschine am Folgetag den regulären Linienbetrieb mit einem Hin- und Rückflug nach Memphis (MEM) wieder auf. Doch am darauffolgenden Tag, dem 6. Dezember, ereignete sich ein weiterer Zwischenfall: Der geplante Flug DL1708 von Atlanta nach Huntsville, der bereits mehr als drei Stunden Verspätung hatte und um 12:33 Uhr startete, musste ebenfalls kurz darauf umkehren. Nur 32 Minuten später landete die Boeing 717 um 13:05 Uhr erneut am Ausgangsflughafen Atlanta.
Die Wiederholung des Vorfalls, kurz nachdem das Flugzeug nach einer längeren technischen Bodenzeit wieder in Betrieb genommen wurde, unterstreicht die Komplexität und die möglicherweise nur schwer lokalisierbare Natur des zugrunde liegenden technischen Problems. Die 25 Jahre alte N935AT, die eines von 80 Flugzeugen dieses Typs in der Delta-Flotte ist, gehört zur Kategorie der älteren Flugzeugmuster des Carriers.
Die Herausforderung der Geruchsvorfälle in der Luftfahrt
Geruchsvorfälle in der Kabine, die zur Umkehr oder Notlandung führen, sind in der Luftfahrt keine Seltenheit und stellen die Betreiber immer wieder vor Herausforderungen. Der saure oder brennende Geruch, der in der Kabine von Verkehrsflugzeugen wahrgenommen wird, kann auf eine Vielzahl technischer Mängel hinweisen, darunter Überhitzung von elektrischen Komponenten, Probleme im Klimatisierungssystem, sogenannte Fume Events durch kontaminierte Zapfluft oder undichte Batterien und Chemikalien. Die Ursachenforschung ist oft schwierig, da die Gerüche flüchtig sein können und nach der Landung nicht mehr nachweisbar sind.
Im laufenden Jahr 2025 wurden bereits ähnliche Vorfälle bei anderen großen US-Fluggesellschaften gemeldet. So musste eine Boeing 777-200ER von United Airlines auf dem Weg von London nach San Francisco nach Edinburgh umgeleitet werden, nachdem ein ungewöhnlicher Geruch aufgetreten war. Bereits im März musste eine Boeing 737 von Southwest Airlines, die nach Louisville flog, wegen eines brennenden Geruchs nach Atlanta zurückkehren. Diese Häufung von Ereignissen, wie sie auch aus Medienberichten aus Europa hervorgeht, lenkt das Augenmerk auf die Wartungsintensität und das Alter bestimmter Flottensegmente.
Technische Besonderheiten der Boeing 717
Die Boeing 717, die ursprünglich als McDonnell Douglas MD-95 entwickelt wurde, ist ein zweistrahliges Flugzeug mit Triebwerken am Heck. Dieses Design, das in der zivilen Luftfahrt zunehmend seltener wird, weist spezifische Konstruktionsmerkmale auf, die bei Geruchsvorfällen eine Rolle spielen könnten. Die Kabine der N935AT ist für 12 Passagiere in der ersten Klasse und 98 in der Economy Class konfiguriert, was die Maschine zu einem wichtigen Bestandteil der Regional- und Kurzstreckenflotte von Delta macht.
Die lange Dienstzeit des Flugzeugs – 25 Jahre sind in der kommerziellen Luftfahrt zwar üblich, erfordern jedoch ein intensives Wartungsmanagement – kann die Wahrscheinlichkeit von Materialermüdung oder der Notwendigkeit umfangreicherer Systemerneuerungen erhöhen. Obwohl die genaue Ursache der sauren Gerüche im Fall der N935AT nicht öffentlich bekannt gegeben wurde, unterstreicht das wiederholte Auftreten, selbst nach einer mehrtägigen Bodenzeit, die Hartnäckigkeit des Problems. Solche Vorfälle führen nicht nur zu operativen Verzögerungen und Annullierungen, sondern können auch die Betriebskosten aufgrund der unplanmäßigen Wartungsarbeiten und der dadurch bedingten Stillstandszeiten der Flugzeuge erhöhen.
Die anhaltenden Probleme mit dem Geruch in der Kabine von N935AT erfordern eine eingehende technische Untersuchung und eine transparente Kommunikation durch die Fluggesellschaft, um die Sicherheit des Flugbetriebs langfristig zu gewährleisten und das Vertrauen der Passagiere in ältere Flugzeugtypen aufrechtzuerhalten.