Airbus A380 (Foto: Pixabay).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Serie von Vorfällen bei Qantas: Flugzeuge und Personal durch Fluggastbrücken beschädigt

Werbung

Eine Serie von Zwischenfällen, bei denen Fluggastbrücken in australischen Flughäfen Qantas-Flugzeuge und sogar Personal in Mitleidenschaft zogen, sorgt derzeit für Besorgnis.

Am 12. Juli 2025 wurde ein Airbus A380-800 von Qantas am Sydney Kingsford Smith Airport (SYD) beschädigt, als eine Fluggastbrücke mit einem seiner Triebwerke kollidierte. Dieser Vorfall, der zu einer erheblichen Verzögerung eines Fluges nach Johannesburg führte, ist der jüngste in einer Reihe ähnlicher Ereignisse. Insbesondere ein schwerer Unfall im Mai, bei dem eine Qantas-Mitarbeiterin durch eine Fluggastbrücke stürzte und ernsthaft verletzt wurde, rückt die Sicherheit dieser Infrastruktur in den Fokus der öffentlichen Debatte.

Fluggastbrücke trifft Airbus A380: Hoher Sachschaden und Flugverzögerung

Am Morgen des 12. Juli 2025 ereignete sich am Sydney Kingsford Smith Airport ein Vorfall, der einen Airbus A380-800 der Qantas außer Gefecht setzte. Das Flugzeug, das für den Flug QF63 nach Johannesburg O.R. Tambo International Airport (JNB) in Südafrika bereitstand, wurde gegen 9:30 Uhr Ortszeit beschädigt, als eine Fluggastbrücke aus noch ungeklärten Gründen mit einem der Triebwerke auf der linken Seite des Flugzeugs kollidierte. Die Triebwerksverkleidung (Cowling) erlitt dabei sichtbaren Schaden.

Infolge des Vorfalls mußte das Flugzeug aus dem Dienst genommen werden, um die notwendigen Reparaturen durchführen zu können. Dies führte zu einer erheblichen Verzögerung von 21 Stunden für den Johannesburg-Flug, der erst am 13. Juli 2025 um 6:30 Uhr Ortszeit neu angesetzt werden konnte. Für die betroffenen Passagiere bedeutete dies eine unerwartet lange Wartezeit und möglicherweise verpaßte Anschlußflüge. Solche unvorhergesehenen Beschädigungen von Flugzeugen, insbesondere eines Großraumflugzeugs wie des A380, können erhebliche finanzielle Kosten für die Fluggesellschaft verursachen, nicht nur durch die Reparatur des Flugzeugs, sondern auch durch die Entschädigung der Passagiere und die Neuplanung des Betriebs. Der Airbus A380 ist bekannt für seine komplexen Triebwerke und deren sensible Verkleidungen, die vor Beschädigungen durch externe Einflüsse geschützt werden müssen.

Eine Reihe beunruhigender Zwischenfälle: Brisbanes Vorfall und eine schwer verletzte Mitarbeiterin

Der Vorfall in Sydney ist keineswegs ein Einzelfall, sondern reiht sich ein in eine Kette von Zwischenfällen mit Fluggastbrücken, die Qantas in den letzten Monaten betroffen haben. Dies wirft Fragen bezüglich der Betriebssicherheit und der Wartung dieser kritischen Flughafeninfrastruktur auf.

Am 18. Juni 2025 ereignete sich bereits am Brisbane Airport (BNE) ein ähnlicher Vorfall. Eine Fluggastbrücke traf die Frontscheiben eines Qantas 737-800. Dieser Zwischenfall geschah kurz nachdem das Flugzeug aus Queenstown (ZQN), Neuseeland, eingetroffen war und sich gerade in Position für das Aussteigen der Passagiere befand. Auch hier blieb der Grund für die Kollision unklar. Glücklicherweise wurde bei keinem dieser beiden jüngsten Vorfälle – weder in Sydney noch in Brisbane – jemand verletzt. Dies ist ein wichtiger Punkt, der unterstreicht, daß die strukturellen Schäden zwar gravierend waren, aber keine unmittelbare Gefahr für das Leben der Menschen bestand.

Allerdings gab es im Mai 2025 einen wesentlich ernsteren Zwischenfall, der die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Gefahren im Umgang mit Fluggastbrücken lenkte. Eine Qantas-Mitarbeiterin wurde schwer verletzt, als sie während einer routinemäßigen Inspektion am Sydney Kingsford Smith Airport aus einer Höhe von sechs Metern durch eine Lücke in einer Fluggastbrücke fiel. Dieser Unfall führte zu schweren Verletzungen bei der Angestellten und löste eine umfassende Untersuchung aus. Solche Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit robuster Sicherheitsstandards und regelmäßiger Überprüfungen der Fluggastbrücken, da sie eine Schnittstelle zwischen dem Terminal und dem Flugzeug darstellen und täglich von Tausenden von Passagieren und Mitarbeitern genutzt werden.

Sicherheit von Fluggastbrücken: Eine kritische Infrastruktur im Fokus

Fluggastbrücken, auch als Fluggaststeige oder Jetbridges bekannt, sind wesentliche Bestandteile moderner Flughafeninfrastrukturen. Sie ermöglichen den Passagieren einen wettergeschützten und sicheren Übergang zwischen dem Terminalgebäude und dem Flugzeug. Ihre Bewegung und Positionierung wird von speziell geschultem Personal durchgeführt, das die Brücken präzise an die Flugzeugtür anfahren muß. Trotz modernster Technik und Schulungen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, die auf Fehlbedienung, technische Defekte oder unzureichende Wartung zurückzuführen sein können.

In Australien sind solche Vorfälle nicht einzigartig. Die australische Transport-Sicherheitsbehörde (Australian Transport Safety Bureau, ATSB) untersucht regelmäßig Zwischenfälle an Flughäfen, die auch die Bewegung von Bodenfahrzeugen und Ausrüstungen betreffen. Insbesondere die Bewegung und Positionierung von Fluggastbrücken erfordert äußerste Präzision, da Kollisionen mit den Flugzeugen teure Reparaturen und Betriebsunterbrechungen nach sich ziehen können. Der internationale Flughafenverband (Airports Council International, ACI) empfiehlt strenge Wartungspläne und Schulungsprogramme für das Personal, das mit Fluggastbrücken arbeitet, um solche Unfälle zu minimieren.

Die Häufung von Vorfällen bei Qantas könnte auf spezifische Probleme im Betrieb oder in der Wartung der Fluggastbrücken an den betroffenen Flughäfen hinweisen oder auf die Notwendigkeit, die Ausbildung des Bodenpersonals zu überprüfen und zu intensivieren. Es ist auch möglich, daß es sich um Zufälle handelt, doch die Schwere des Unfalls im Mai, bei dem eine Person verletzt wurde, verleiht der Angelegenheit eine zusätzliche Dringlichkeit.

Auswirkungen auf Qantas und die australische Luftfahrt

Für Qantas, die größte Fluggesellschaft Australiens, bedeuten diese Zwischenfälle nicht nur finanzielle Belastungen durch Reparaturen und Entschädigungen, sondern auch einen potentiellen Imageschaden. Qantas wirbt mit hohen Sicherheitsstandards, und eine Serie von derartigen Vorfällen könnte das Vertrauen der Öffentlichkeit beeinträchtigen. Die Airline wird wahrscheinlich interne Überprüfungen ihrer Betriebsabläufe und der Zusammenarbeit mit den Flughafenbetreibern einleiten müssen, um die Ursachen für die Häufung dieser Vorfälle zu ermitteln und Abhilfemaßnahmen zu ergreifen.

Die australische Zivilluftfahrtbehörde (Civil Aviation Safety Authority, CASA) wird diese Vorfälle ebenfalls genau beobachten und gegebenenfalls eigene Untersuchungen einleiten oder bestehende Sicherheitsvorschriften überprüfen. Die Sicherheit im Flugverkehr hat höchste Priorität, und jegliche Anzeichen von Schwachstellen in den Betriebsabläufen oder der Infrastruktur werden ernst genommen. Es ist zu erwarten, daß die Flughafenbetreiber in Sydney und Brisbane ebenfalls ihre Routinen zur Wartung und Bedienung der Fluggastbrücken überprüfen werden, um ähnliche Vorkommnisse in Zukunft zu vermeiden.

Die jüngsten Vorfälle mit Fluggastbrücken an australischen Flughäfen, die Qantas-Flugzeuge beschädigten und sogar zu einer schweren Verletzung einer Mitarbeiterin führten, erfordern eine dringende und umfassende Untersuchung. Während Flugzeuge wie der Airbus A380 durch Kollisionen mit der Infrastruktur hohe Kosten und Verzögerungen verursachen, steht die Sicherheit des Personals und der Passagiere an erster Stelle. Es ist von entscheidender Bedeutung, die Ursachen für diese Serie von Zwischenfällen gründlich zu analysieren und gegebenenfalls strengere Sicherheitsstandards und verbesserte Schulungen für das Bodenpersonal einzuführen, um das Vertrauen in die Betriebsabläufe an Australiens Flughäfen zu gewährleisten und zukünftige Vorkommnisse zu verhindern.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung