Ein Charterflug der ägyptischen Fluggesellschaft Air Cairo von Hurghada nach München musste am Freitag außerplanmäßig in der serbischen Hauptstadt Belgrad landen. Die Maschine, ein Airbus A320, befand sich über dem Balkan, als die Besatzung eine Unregelmäßigkeit feststellte, die eine sofortige Landung erforderlich machte.
Laut Angaben des Flughafens Belgrad „Nikola Tesla“ erfolgte die Landung sicher und ohne weitere Zwischenfälle auf der Landebahn. Serbische Medien berichteten unter Berufung auf Flughafenquellen von einer Rauchentwicklung in der Kabine, die das Cockpit-Team zur Einleitung der Notfallprozedur veranlasste. Eine Sprecherin des Flughafens München bestätigte die Umleitung, konnte jedoch zunächst keine detaillierten Angaben zur technischen Ursache machen.
Die Passagiere wurden nach der Landung in Belgrad evakuiert und in den Transitbereich des Terminals gebracht. Lokale Rettungskräfte und die Flughafenfeuerwehr standen bereit, mussten jedoch nicht aktiv eingreifen, da kein offenes Feuer festgestellt wurde. Die genaue Anzahl der betroffenen Fluggäste wurde von der Airline nicht unmittelbar kommuniziert, doch bei der eingesetzten Flugzeuggröße ist von bis zu 180 Personen auszugehen. Auf der Ankunftstafel des Münchner Flughafens wurde der Flug MSC2962 über mehrere Stunden als verspätet gelistet, da die ursprünglich für 15:06 Uhr vorgesehene Ankunftszeit aufgrund der Sicherheitslandung nicht eingehalten werden konnte. Air Cairo bemühte sich in Zusammenarbeit mit Partnern um die Bereitstellung einer Ersatzmaschine für den Weiterflug nach Deutschland.
Zusätzliche Recherchen im Bereich der Flugsicherungsdaten zeigen, dass die Maschine kurz vor Belgrad einen schnellen Sinkflug einleitete, was auf ein standardisiertes Vorgehen bei vermutetem Feuer oder Rauch an Bord hindeutet. Experten der serbischen Luftfahrtbehörde haben eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob der Rauch durch einen Defekt in der Klimaanlage oder ein elektrisches Problem verursacht wurde. Air Cairo, die als Tochtergesellschaft von EgyptAir fungiert, setzt auf ihren europäischen Routen überwiegend Flugzeuge des Typs Airbus A320neo ein. Der betroffene Jet verblieb für technische Inspektionen vorerst am Boden in Belgrad, während Techniker die Kabinensysteme und Triebwerke einer eingehenden Prüfung unterzogen.
Solche Vorfälle führen im internationalen Luftverkehr regelmäßig zu weitreichenden logistischen Herausforderungen, da Crew-Einsatzzeiten überschritten werden und Ersatzflugzeuge oft aus anderen Drehkreuzen eingeflogen werden müssen. Für die Urlauber aus der Region am Roten Meer bedeutete der Zwischenfall eine Verzögerung von mehreren Stunden. In den vergangenen Monaten kam es vereinzelt zu ähnlichen Vorfällen bei verschiedenen Charteranbietern auf der Strecke zwischen Ägypten und Mitteleuropa, was die Aufmerksamkeit für technische Wartungsstandards im saisonalen Ferienflugverkehr erhöht hat. Die Passagiere konnten ihre Reise nach München schließlich am späten Abend mit einer Ersatzmaschine fortsetzen.