Ein Langstreckenflug der Air France von den Antillen nach Europa musste am Abend des 21. Februar 2026 kurz nach dem Start abgebrochen werden. Die Boeing 777-300ER mit dem Kennzeichen F-GSQO befand sich auf dem Weg von Fort-de-France nach Paris Charles de Gaulle, als am rechten Triebwerk eine technische Unregelmäßigkeit auftrat. Berichte von Augenzeugen über sichtbare Flammenbildung am Triebwerk sorgten für Beunruhigung unter den Passagieren, doch die Besatzung reagierte gemäß den internationalen Sicherheitsstandards und leitete unmittelbar die Rückkehr zum Ausgangsflughafen ein.
Etwa 25 Minuten nach dem Abheben setzte die Maschine wieder sicher auf der Landebahn von Martinique auf. Nach Angaben der Fluggesellschaft handelte es sich bei dem Vorfall um einen sogenannten Triebwerkspumpstoß, eine Störung des Luftstroms innerhalb des Aggregats, die zwar optisch spektakulär wirken kann, für die strukturelle Integrität des Flugzeugs jedoch eine beherrschbare Situation darstellt. Die Passagiere wurden am Boden betreut, während Air France eine Ersatzmaschine aus Paris beorderte, um die Verbindung fortzusetzen.
Technische Analyse des Triebwerkspumpstoßes
Der Kommandant des Fluges AF895 präzisierte nach der Landung, dass es sich bei der Störung um einen Surge am rechten Triebwerk gehandelt habe. In der Luftfahrttechnik beschreibt dieser Begriff einen plötzlichen Strömungsabriss an den Verdichterschaufeln des Triebwerks. Da moderne Hochleistungstriebwerke wie die an der Boeing 777 verbauten General Electric GE90-Aggregate mit extremen Druckverhältnissen arbeiten, führt eine Unterbrechung des laminaren Luftstroms dazu, dass der hohe Druck aus der Brennkammer nach vorne entweicht.
Dieser Vorgang geht oft mit lauten Knallgeräuschen und Stichflammen einher, die entweder am Lufteinlass oder am Abgasstrahl austreten. Ursächlich für eine solche instabile Verbrennung können verschiedene Faktoren sein, wie etwa Vogelschlag, starke Turbulenzen oder eine Fehlfunktion der variablen Leitschaufeln im Verdichter. Der Flugkapitän betonte ausdrücklich, dass ein solcher Vorfall, auch wenn er für Beobachter bedrohlich wirkt, weniger gefährlich ist als ein mechanisches Versagen von Triebwerkskomponenten. Die Triebwerke sind darauf ausgelegt, solche Druckstöße ohne bleibende Schäden am Flugzeugrumpf zu überstehen.
Reaktion der Besatzung und operative Abläufe
Die Entscheidung zur Umkehr fiel rund 25 Minuten nach dem Start. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die vollbesetzte Boeing 777-300ER im Steigflug über dem Atlantik. Die Piloten befolgten die Checklisten des Herstellers Boeing sowie die internen Sicherheitsrichtlinien von Air France. In einem solchen Fall wird die Leistung des betroffenen Triebwerks reduziert oder das Aggregat komplett abgeschaltet, um weitere thermische Belastungen zu vermeiden. Da die Boeing 777 für den sicheren Flug mit nur einem Triebwerk zertifiziert ist (ETOPS-Zertifizierung), stellte der Rückflug nach Fort-de-France ein routinemäßiges Manöver dar.
Gegen 21:30 Uhr Lokalzeit landete das Flugzeug normal in Fort-de-France. Da die Maschine für den geplanten Transatlantikflug schwer betankt war, musste die Besatzung vor der Landung möglicherweise Treibstoff ablassen oder die Landung mit einem höheren Gewicht durchführen, was innerhalb der Sicherheitsmargen des Flughafens Aimé Césaire lag. Die Feuerwehr stand gemäß den Standardprozeduren für Sicherheitslandungen an der Piste bereit, ein Eingreifen war jedoch nicht erforderlich.
Betreuung der Passagiere und Ersatzlogistik
Für die Passagiere an Bord bedeutete der Vorfall eine erhebliche Verzögerung ihrer Reisepläne. Nach der Evakuierung der Maschine im Terminal wurden die Fluggäste von Bodenmitarbeitern der Air France in Empfang genommen. Da eine sofortige Reparatur des Triebwerks vor Ort unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich war, entschied die Airline, die Maschine F-GSQO für eine technische Inspektion aus dem Dienst zu nehmen.
Um die Kapazitätslücke zu schließen, wurde in Paris Charles de Gaulle umgehend ein Ersatzflugzeug vorbereitet. Diese Maschine startete leer als Ferry-Flug in Richtung Karibik, um die gestrandeten Passagiere aufzunehmen. Air France entschuldigte sich offiziell für die Unannehmlichkeiten, hob jedoch hervor, dass die Sicherheit der Fluggäste und der Besatzung zu jedem Zeitpunkt oberste Priorität hatte. Solche Zwischenfälle werden regelmäßig in Flugsimulatoren trainiert, sodass die Piloten auf die physischen und psychischen Anforderungen einer solchen Situation bestens vorbereitet sind.
Bedeutung der Boeing 777-300ER im Air France Streckennetz
Die betroffene Maschine vom Typ Boeing 777-300ER ist das Rückgrat der Air France Langstreckenflotte, insbesondere auf den prestigeträchtigen und hochfrequentierten Routen in die französischen Überseegebiete. Mit einer Kapazität von bis zu 472 Passagieren in der karibischen Konfiguration ist dieses Modell für die wirtschaftliche Anbindung von Martinique und Guadeloupe von zentraler Bedeutung. Der Vorfall wird nun einer detaillierten Untersuchung durch die technische Abteilung der Fluggesellschaft sowie gegebenenfalls durch die französische Luftfalluntersuchungsbehörde BEA unterzogen.
Untersucht wird dabei insbesondere, ob ein Fremdkörper in das Triebwerk gelangte oder ob eine elektronische Fehlsteuerung der Treibstoffzufuhr den Pumpstoß auslöste. Die Wartungsprotokolle der F-GSQO werden ebenfalls geprüft, um sicherzustellen, dass keine zyklischen Materialermüdungen vorlagen. In der Luftfahrtbranche gilt die Boeing 777 als eines der sichersten Flugzeugmodelle weltweit, und Triebwerkspumpstöße werden als bekannte, wenn auch seltene betriebliche Anomalien eingestuft.
Sicherheitstraining und Prävention in der Luftfahrt
Air France nutzt den Vorfall, um auf die hohen Standards in der Pilotenausbildung hinzuweisen. Moderne Simulatoren sind in der Lage, die akustischen und visuellen Effekte eines Triebwerkspumpstoßes täuschend echt nachzubilden. Dies ermöglicht es den Besatzungen, die notwendigen Handgriffe automatisiert abzurufen, ohne in Panik zu geraten. In der Fachwelt wird betont, dass die Transparenz in der Kommunikation nach solchen Ereignissen entscheidend ist, um das Vertrauen der Fluggäste in die Technik zu stärken.
Der Vorfall von Flug AF895 verdeutlicht, dass die Sicherheitsketten in der kommerziellen Luftfahrt auch bei unvorhergesehenen technischen Störungen effektiv greifen. Während das betroffene Triebwerk in Fort-de-France einer genauen Analyse unterzogen wird, läuft der restliche Flugbetrieb der Air France in der Karibik planmäßig weiter. Die schnelle Bereitstellung einer Ersatzmaschine unterstreicht die logistische Stärke der französischen Nationalairline bei der Bewältigung operativer Krisensituationen auf Langstreckenverbindungen.