KLM-Winglet (Foto: Pixabay).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Sicherheitslandung nach Luftnotlage: KLM-Langstreckenflug nach São Paulo kehrt umgehend nach Amsterdam zurück

Werbung

Eine Passagiermaschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM hat am Sonntag auf dem Weg von Europa nach Südamerika den Flug abbrechen müssen und ist nach der Deklaration einer Luftnotlage zum Ausgangsflughafen Amsterdam Schiphol zurückgekehrt.

Die Boeing 777-300ER, die sich auf dem regulären Linienflug KL791 mit dem Ziel São Paulo befand, hatte bereits die Nordsee überquert und den Ärmelkanal erreicht, als die Besatzung aufgrund eines technischen Problems zur Umkehr gezwungen wurde. Nach dem Absetzen des internationalen Notfallcodes und einem rund einstündigen Rückflug konnte das Großraumflugzeug sicher in den Niederlanden aufsetzen und ohne fremde Hilfe zur Parkposition rollen. Während die genaue Ursache des Zwischenfalls von offizieller Seite noch untersucht wird, laufen in Luftfahrtkreisen bereits erste Analysen zum Hergang des Vorfalls.

Verlauf des Fluges und Auftreten der technischen Komplikation

Die Maschine mit dem Luftfahrzeugkennzeichen PH-BVS hob plangemäß am frühen Nachmittag gegen 13:30 Uhr Ortszeit vom Flughafen Amsterdam Schiphol ab. Der Flugverlauf gestaltete sich in der ersten Phase routinemäßig. Das zweistrahlige Langstreckenflugzeug stieg zunächst auf eine vorläufige Reiseflughöhe von 29.000 Fuß auf und setzte den Kurs in Richtung Südwesten fort. Im weiteren Verlauf des Steigfluges erreichte die Boeing eine Höhe von 31.000 Fuß, als sie sich in der Nähe der Kanalinsel Guernsey befand.

In diesem Luftraumsegment registrierte die Cockpit-Besatzung Unregelmäßigkeiten bei den Triebwerks- oder Systemdaten, die ein sicheres Überqueren des Atlantiks unmöglich machten. Die Piloten entschieden sich umgehend für den Abbruch des Transatlantikfluges und leiteten eine weite Kurve ein, um den Rückflug in Richtung der Niederlande anzutreten. Angesichts der unklaren Systemlage im Cockpit entschloss sich der verantwortliche Flugkapitän, den internationalen Transpondercode 7700 zu aktivieren. Dieser vierstellige Code signalisiert den umliegenden zivilen und militärischen Flugsicherungsstationen eine allgemeine Luftnotlage und gewährt dem betroffenen Luftfahrzeug absolute Priorität im Luftraum sowie eine direkte Routenführung.

Sichere Landung in Amsterdam und operative Abwicklung

Während des gesamten Rückfluges, der etwa eine Stunde in Anspruch nahm, verblieb das Flugzeug im Status der deklarierten Notlage. Die Fluglotsen von Eurocontrol und der nationalen niederländischen Flugsicherung koordinierten den Sinkflug so, dass die Boeing 777-300ER ohne Verzögerungen den Anflug auf Schiphol beginnen konnte. Am Boden wurden vorsorglich die Flughafenfeuerwehr und medizinische Rettungskräfte in Bereitschaft versetzt, was dem standardmäßigen Sicherheitsverfahren bei derartigen Notmeldungen entspricht.

Etwas mehr als zwei Stunden nach dem ursprünglichen Start setzte die Maschine sicher auf der Landebahn in Amsterdam auf. Das Flugzeug benötigte nach dem Ausrollen keine Unterstützung durch Schlepper oder Rettungsfahrzeuge, sondern konnte aus eigener Kraft über die Rollwege zum zugewiesenen Terminalgate steuern, wo die Passagiere das Flugzeug normal verlassen konnten. KLM leitete unmittelbar nach dem Zwischenfall die Vorbereitungen für den Einsatz eines Ersatzflugzeugs ein, um die Fluggäste mit einer entsprechenden Verzögerung an ihr Ziel nach São Paulo zu befördern, während die betroffene Maschine für technische Untersuchungen in die Werft geschickt wurde.

Spekulationen über die Ursache und technische Details

Eine offizielle Bestätigung zur exakten Auslöserkette des Systemfehlers liegt seitens der Fluggesellschaft oder der niederländischen Untersuchungsbehörde für Flugsicherheit zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor. In den Stunden nach dem Vorfall verbreiteten sich jedoch auf spezialisierten Kanälen der Luftfahrtüberwachung und in sozialen Netzwerken unbestätigte Berichte, wonach ein Problem im Ölkreislauf eines der General-Electric-Triebwerke die Ursache für den plandemolierten Flug gewesen sein könnte. Schwankungen beim Öldruck oder ein plötzlicher Abfall der Ölmenge gehören zu den gravierenden technischen Zwischenfällen, die eine sofortige Landung oder Umkehr erforderlich machen, um einen kapitalen Triebwerksschaden in der Luft zu vermeiden.

Die Boeing 777-300ER ist für extrem lange Nonstop-Verbindungen konzipiert und verlässt sich auf zwei hochleistungsfähige Triebwerke. Die Luftfahrtvorschriften verlangen bei Flügen über große Ozeane oder dünn besiedelte Gebiete eine lückenlose Funktion aller Kernsysteme. Sobald eine Abweichung von den Normwerten registriert wird, sind die Besatzungen angewiesen, kein Risiko einzugehen und den nächstgelegenen Großflughafen mit umfassender Wartungsinfrastruktur anzusteuern, was im Fall von KLM das Heimatdrehkreuz in Amsterdam darstellt. Die Auswertung der Flugdatenschreiber und Triebwerkscomputer wird in den kommenden Tagen verlässliche Erkenntnisse über die genaue mechanische oder elektronische Fehlerquelle liefern.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung